Reedereien räumen Barrieren ab

Reisen ohne Barrieren, davon träumen viele Menschen mit Beeinträchtigungen. Doch häufig werden sie unsanft von der Realität eingeholt: die Zimmertüren zu schmal, die Dusche unerreichbar und Restaurants mit Stufen. Mehrere Kreuzfahrt-Reedereien räumen diese Barrieren ab und stellen ihre Flotten auf einen barrierefreien Urlaub um. Die Experten von kreuzfahrten.de, dem Kreuzfahrten-Reisebüro im Internet, geben einen Überblick über die Ausstattung der Schiffe von zehn Anbietern.

Generell gilt: Vor einer Kreuzfahrt sollten Gäste herausfinden, welches Schiff ihren Bedürfnissen entspricht. Viele Cruiseliner verfügen über ein Kontingent behindertengerechter Kabinen. Vor Reiseantritt verschicken die meisten Kreuzfahrtveranstalter einen Fragebogen und fragen nach den individuellen Bedingungen für einen reibungslosen Aufenthalt an Bord. So kann geklärt werden, welche Ausstattung nötig ist und an welcher Stelle die Urlauber auf Hilfe angewiesen sind. Die Berater von kreuzfahrten.de unterstützen Menschen mit Beeinträchtigungen bei der Wahl der passenden Kreuzfahrt und geben weitere wertvolle Tipps und Hilfestellungen.

Doch nicht nur die Barriere-Freiheit auf See ist ein Thema für Menschen mit Beeinträchtigungen. Für viele Gäste liegt der große Reiz der Kreuzfahrt in den Erlebnissen an Land. Die Angebote an Bord lassen sich bis auf wenige Ausnahmen von Menschen mit eingeschränkter Mobilität nutzen. Doch wie ist es mit den Ausflügen? Können Rollstuhlfahrer von Bord gehen, um sich Land und Leute anzuschauen, oder ist das Ufer nur mit Tender-Booten zu erreichen? Hinzu kommt, dass nicht alle Reisebusse für Landausflüge mit Hebebühnen für Rollstuhlfahrer bestückt sind. Sondertransfers verursachen oft erhebliche Kosten. Auch Passagiere, die Ernährungswünsche haben oder Diätvorschriften beachten müssen, sollten sich vor Reiseantritt an die Reederei wenden. Meist ist es für die Küche kein Problem, darauf Rücksicht zu nehmen.

Zehn Reedereien im Check: Wegweiser zur Barriere-Freiheit

AIDA Cruises: Nahezu alle öffentlichen Bereiche der AIDA-Schiffe wie Bars, Restaurants, Lifte, Außendecks, WC und Kabinen sind barrierefrei mit Schildern in Profil- und Brailleschrift erreichbar. Gäste mit Beeinträchtigungen lädt die Reederei am ersten Tag der Reise zu einem Treff ein, auf dem Fragen zu Landgängen und Reservierungen besprochen werden. Diese Gäste berät ein Schalter mit geschultem Personal. Die Wellness-Anwendungen und Sport-Felder stehen allen Gästen zur Verfügung, allerdings ist nicht der gesamte Bereich barrierefrei. An Bord der AIDAprima wird es auf Deck 15 einen Pool-Lift für Reisende im Rollstuhl geben. An Bord der AIDAcara und AIDAstella wurde das Sportangebot um Kranking erweitert: Dieses Ausdauertraining auf Krank-Cycles ermöglicht Rollstuhlfahrern uneingeschränktes Training. Im Kundencenter können sich Gäste beraten lassen, welche Landausflüge unkompliziert möglich sind. Rollstühle werden nach Voranmeldung an Bord vermietet. Allerdings kann AIDA nicht garantieren, dass Rollstuhlfahrer, die uneingeschränkt auf ihr Gefährt angewiesen sind, in jedem Fall einen Landgang machen können. Nur wer mit einem faltbaren Rollstuhl reist und sicher in ein Boot steigen kann, wird die Tender-Boote nutzen können.

Carnival Cruise Line: Behindertengerechte Aufzüge mit fühlbaren Armaturen erleichtern die Handhabung der Lifte. Alle Schiffe der Flotte bieten barrierefreie Kabinen mit Bewegungsfreiheit und Schränken, Schreibtischen sowie Badezimmern für rollstuhlgerechte Nutzung. Die Reederei empfiehlt frühzeitig zu reservieren, da diese Kabinen schnell ausgebucht sind. Für den Transport zwischen Flughafen und Hafen kann ein hydraulischer Lift-Transfer bestellt werden. Wer einen Rollstuhl mieten möchte, sollte sich früh an die Reederei wenden, da nur eine begrenzte Anzahl zur Verfügung steht. Tender-Boote sind nicht zugänglich, wenn Personen auf den Rollstuhl angewiesen sind und keine Treppen steigen können. Außerdem können keine elektrischen Rollstühle mit an Bord eines Tender-Bootes genommen werden. Es ist jedoch möglich, auf Tender-Booten einen klappbaren Rollstuhl mitzuführen.

Celebrity Cruises: Alle Kreuzfahrtschiffe von Celebrity Cruises sind für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ausgestattet. Gäste mit einem Rollstuhl können also alle Bereiche der Schiffe genießen. In vielen Kabinenkategorien stehen barrierefreie Kabinen für Rollstuhlfahrer zur Verfügung. Individuelle Wünsche müssen bei der Buchung angegeben werden.

Costa Kreuzfahrten: Alle Costa-Schiffe verfügen über behindertenfreundliche ausgestattete Kabinen in verschiedenen Kategorien. Im Theater sind Stellplätze für Rollstuhlfahrer mit Sitzplätzen für Begleitpersonen reserviert und in den Buffet-Restaurants Tische für Gäste mit eingeschränkter Mobilität. Zum Abendessen in den À-la-carte-Restaurants erhalten Passagiere einen Tisch, der ihren Bedürfnissen entspricht. Wer mit einer Begleitperson Stufen steigen kann, hat in der Regel kein Problem, Transferbusse für die Landausflüge zu nutzen. Sofern ein Gast fremde Hilfe benötigt oder der Rollstuhl nicht faltbar ist, organisiert die Reederei einen Privattransfer. Tender-Boote sind für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich, in Zweifelsfragen entscheidet der Kapitän.

Cunard Lines: Die Cunard-Schiffe verfügen über eine begrenzte Anzahl von Kabinen und Suiten für körperlich behinderte Passagiere. Gäste, die Hilfe benötigen, dürfen, so die Reederei, nur mit einer Begleitperson reisen, da an Bord keine Hilfsdienste angeboten werden. Rollstühle müssen mitgebracht und deren Maße vor Reisebeginn mit Cunard abgestimmt werden. Rollstuhlfahrer können nicht in Tendern übergesetzt werden, wenn das Schiff auf Reede liegt. Auch in einigen Tidehäfen wie Hamburg oder Zeebrügge sowie auf den Kanarischen Inseln kann wegen der Wasserstände nicht garantiert werden, dass die Gäste das Schiff verlassen können. Die Gangway kann wegen der Höhenunterschiede zwischen Schiff und Pier sehr steil sein. Das Verlassen des Schiffes ist dann für Rollstuhlfahrer aus Sicherheitsgründen nicht möglich.

Hapag-Lloyd Kreuzfahrten: Auf der MS Europa und der MS Europa 2 finden Gäste ein Hospital und eine Hämodialyse-Station sowie eine Osmose-Anlage für eine Dialyse wie zu Hause. Die Dialysezeiten können laut Reederei so gelegt werden, dass die Gäste auf Häfen und Landausflüge nicht verzichten müssen. Ein Dialysearzt sowie ein Pflegeteam sind an Bord. Gäste, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, müssen mit einer Begleitperson reisen und werden gebeten, den eigenen Rollstuhl mitzubringen. An Bord sind alle Fahrstühle rollstuhlgerecht, die Gesellschaftsräume und einige Außendecks sind bequem erreichbar. Alle Türen zu den Außendecks auf der Backbordseite verfügen über Rampen. Hapag-Lloyd bietet behindertengerechte Suiten mit komfortablen Betten von denen eines elektrisch verstellbar ist. Die Bäder sind befahrbar und mit einer ebenerdigen Dusche mit Sitz bestückt. Alle Türschwellen in der Suite haben Rampen. Probleme können bei Landausflügen mit Bussen auftreten. Der Reise-Concierge organisiert vor und während der Kreuzfahrt maßgeschneiderte, kostenpflichtige Ausflüge. Fahrten mit den Motorschlauchbooten der Expeditionsschiffe MS Hanseatic und MS Bremen sind für Rollstuhlfahrer oder gehbehinderte Personen aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Die Crew bemüht sich jedoch, bei guten Wetter- und Seebedingungen Ausnahmen von dieser Regel zu ermöglichen.

MSC Kreuzfahrten: Die Flotte von MSC verfügt über 174 behindertengerechte Kabinen mit mehr Bewegungsfreiheit als andere Kabinen. Alle Decks, öffentliche Bereiche und Tender-Boote sind für Gäste mit eingeschränkter Mobilität so gut wie möglich zugänglich. Zudem stehen auf allen Schiffen bei den Ein- und Ausschiffungen oder für Notfälle Rollstühle zur Verfügung. Passagiere, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, werden gebeten mit einer Begleitperson zu reisen. Viele Schiffe der Flotte sind für die Zubereitung glutenfreier Mahlzeiten zugelassen, und die Crew berät bei der Auswahl von Speisen bei Lebensmittelunverträglichkeit. Auf einigen Kreuzfahrten führen Dritt-Unternehmen Hämodialyse-Geräte mit.

Norwegian Cruise Line: Jedes Schiff verfügt über Kabinen mit breiteren Türen und rollstuhlgerechten Badezimmern sowie Kabinen mit Licht- und Vibrationsalarm für Seh- und Hörgeschädigte. Blindenhunde sind auf allen Schiffen erlaubt. Norwegian Cruise Line (NCL) hat einen Exklusivvertrag mit dem Anbieter Special Needs at Sea geschlossen, der sämtliche Sauerstoff- und Mobilitätshilfedienste an Bord bereitstellt. Darin eingeschlossen sind nicht motorisierte Rollstühle, elektronische Mobilitätsgeräte wie Scooter und nach Voranmeldung Sauerstoffvorrichtungen während der Kreuzfahrt und auf Landausflügen. Auch Peritoneal-Dialyse-Patienten sind herzlich willkommen, allerdings sind die Schiffe nicht für Hämo-Dialyse-Patienten ausgestattet. NCL kann keine Transfers mit Tender-Booten für Rollstuhlfahrer anbieten. Einige Landausflüge in Tender-Häfen sind für Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, nicht möglich.

Royal Caribbean International: Alle Schiffe der Reederei verfügen über zweckmäßig ausgestattete Kabinen, breite Korridore, funktionale Bäder und Hilfsgeräte für Gäste mit Seh- und Hörbehinderung. Rollstuhlfahrer dürfen früher einchecken, werden mit Fahrzeugen, die mit einem Lift ausgestattet sind, zum Schiff gefahren und können dort Rampen und hydraulische Lifts für Pool und Whirlpool nutzen. Der Zugang zum Tender-Boot ist via Lift behindertengerecht. Rollstühle stehen nicht zur Verfügung. Alternativ können Menschen, die diese Unterstützung an Bord benötigen, einen Rollstuhl bei einem Fremdanbieter anmieten. Passagiere, die eine Sauerstofftherapie benötigen, bekommen an Bord Unterstützung, müssen aber ihr eigenes Sauerstoffgerät mitführen. Gleiches gilt für Gäste, die mit eigenem Gerät eine Peritoneal-Dialyse durchführen können. Bei Voranmeldung erfüllt die Küche Diätwünsche für Diabetiker und Personen mit Laktose-Intoleranz.

TUI Cruises: Alle Schiffe der Flotte verfügen über barrierefreie Kabinen mit mehr Fläche, breiteren Eingangs- und Badezimmertüren und spezielle Ausstattungen. Fast alle Bereiche an Bord sind barrierefrei erreichbar. Jedes Treppenhaus verfügt über Aufzüge, die mit Rollstühlen befahrbar sind. In den Restaurants sind Tische für Gäste mit eingeschränkter Mobilität reserviert, und alle Bars und Lounges sind zugänglich. Für die Pools und Whirlpools gibt es keine Einstiegshilfen. Das Ausflugsteam berät die Passagiere bei der Wahl geeigneter Landausflüge. In Ausflugsbroschüren ist verzeichnet, welche Angebote für Gäste mit eingeschränkter Mobilität geeignet sind. Gäste, die einige Schritte gehen können und nicht dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen sind, können die Schiffe in jedem Hafen verlassen. Für Rollstuhlfahrer kann das nicht gewährleistet werden, da in Häfen, vor denen das Schiff auf Reede liegt, ein für Rollstuhlfahrer nicht zugänglicher Tender-Service erforderlich ist.

860 500 Personen erhielten 2014 Eingliederungs­hilfe für behinderte Menschen

Im Jahr 2014 erhielten in Deutschland rund 860 500 Personen Eingliederungshilfe für behinderte Menschen nach dem 6. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stieg die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger gegenüber dem Vorjahr um 3,1 %.

Im Jahr 2014 waren die Leistungsberechtigten von Eingliederungshilfe für behinderte Menschen im Durchschnitt 34 Jahre alt.

Die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen ist finanziell die mit Abstand wichtigste Leistungsart der Sozialhilfe: Im Jahr 2014 wurden hierfür 15,0 Milliarden Euro netto aufgewendet. Das war über die Hälfte (57 %) der gesamten Sozialhilfeausgaben in Höhe von 26,5 Milliarden Euro netto.

Barrierefrei : Gästeführungen für Alle

Die Ländliche Erwachsenbildung (LEB) und die Ostfriesland Tourismus GmbH (OTG) bieten ein neues Weiterbildungsangebot für Gästeführer an. Die Themenreihe „Barrierefreie Gästeführungen“ vermittelt Gästeführern, Museumsführern, Reiseleitern und Wattführern Informationen zum barrierefreien Tourismus und liefert praktische Tipps für die Gestaltung, Organisation und Durchführung barrierefreier Führungen.

Den Auftakt der Themenreihe bildet die Infoveranstaltung „Urlaub für Alle – Barrierefreies Reisen“ am 28. September 2015 von 10.00 bis 13.00 Uhr im Park der Gärten in Bad Zwischenahn. In der Infoveranstaltung wird die Bedeutung von Gästeführungen im barrierefreien Tourismus vorgestellt. Neben interessanten Praxisbeispielen werden auch erste Tipps für die Umsetzung gegeben. Eine barrierefreie Führung durch den Park der Gärten schließt die Veranstaltung ab.

Am 26. Februar 2016 findet darauf aufbauend das Tagesseminar „Barrierefreie Gästeführung für Alle“ statt, in dem Gästeführer im Detail erfahren, was Sie bei der Gestaltung, Organisation und Umsetzung von Führungen beachten sollten, an denen auch Gäste mit körperlichen oder kognitiven Einschränkungen teilnehmen. Anhand von Fallbeispielen, Filmausschnitten und praktischen Sensibilisierungsübungen erläutert Referent Kai Pagenkopf, welche Zielgruppen von barrierefreien Gästeführungen profitieren und welche technischen Unterstützungsmöglichkeiten es gibt. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmer zahlreiche Tipps für die Entwicklung eines Führungskonzepts und die Vermarktung.

Die Weiterbildungsangebote der Themenreihe „Barrierefreie Gästeführungen“ werden zukünftig in lockerer Folge fortgesetzt.

Bereits heute leben in Deutschland etwa 10 Mio. Menschen mit einer Behinderung, die zu Hause wie auch im Urlaub auf Barrierefreiheit angewiesen sind. Der demografische Wandel, die immer älter werdende Gesellschaft und die zunehmende Reisefreudigkeit der Senioren führen dazu, dass die Nachfrage nach barrierefreien touristischen Angeboten in Zukunft noch stärker steigen wird. Barrierefreiheit im Tourismus ist aber nicht nur für behinderte und ältere Menschen Voraussetzung für einen gelungenen Urlaub. Barrierefreie Angebote bieten ein Plus an Komfort und Service für Alle.

„Diskriminierung in Deutschland 2015“

Am 1. September startet die Antidiskriminierungsstelle des Bundes die bislang größte Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen in Deutschland. Unter dem Motto „Sie haben es erlebt? Berichten Sie davon!“ können sich bis zum 30. November 2015 alle in Deutschland lebenden Menschen ab 14 Jahren zu Diskriminierungen äußern, die sie in den verschiedensten Lebensbereichen selbst erfahren oder beobachtet haben. Die Ergebnisse der Umfrage werden maßgeblich dazu beitragen, Empfehlungen zum Abbau von Diskriminierung in Deutschland zu entwickeln.

Ich unterstütze die Aktion und würde mich freuen, wenn auch Sie zur Verbreitung der Umfrage „Diskriminierung in Deutschland“ beitragen und selbst daran teilnehmen würden. Unter dem Link www.umfrage-diskriminierung.de finden Sie alle Informationen zur Umfrage und ab dem 1. September 2015 auch den direkten Link zum Fragebogen.

Barrierefreie Strandkörbe zum Testen

Als Botschafter für das Thema „Reisen für Alle“ werden in dieser Woche an sechs Standorten im Reiseland Niedersachsen Modelle des ersten deutschen barrierefreien Strandkorbes aufgestellt und werben für einen barrierefreien Urlaub im zweitgrößten Bundesland. „Durch die Platzierung der Strandkörbe möchten wir nicht nur landesweit auf das Thema Inklusion aufmerksam machen, sondern auch unseren Gästen zeigen, dass wir sie mit vielen familienfreundlichen und barrierefreien Angeboten willkommen heißen“, so Carolin Ruh. Geschäftsführerin der TMN. „Unsere Urlauber können den Strandkorb nun auf Herz und Nieren testen und sich von dieser Innovation selber überzeugen“.

Die barrierefreien Strandkörbe werden in der Kunsthalle Emden, im Erlebniszoo Hannover, im Erzbergwerk Rammelsberg in Goslar, im phaeno in Wolfsburg, im Naturpark Lüneburger Heide und im Modehaus L+T (Lengermann + Trieschmann) in Osnabrück aufgestellt. Alle Standortpartner werden zudem mit dem bundesweit einheitlichen Zertifikat „Reisen für Alle“ ausgezeichnet, das einen barrierefreien Aufenthalt garantiert. Der Strandkorb bietet die Möglichkeit, dass Menschen mit mobilitäts- und aktivitätsbedingten Einschränkungen ihn problemlos nutzen können. Der barrierefreie Strandkorb zeigt durch seine vielfältigen Zusatzfunktionen, wie einer erhöhten Sitzbank, höhenverstellbaren Fußstützen oder auch einem (Wickel-) Tisch, eine hohe Nutzungsflexibilität. Der Strandkorb kann zusätzlich bequem mit dem Rollstuhl befahren werden, ebenso findet ein Kinderwagen im Strandkorb ausreichend Platz.

Vorträge, Lesungen und Themenführungen für Menschen mit Hörschädigung oder gehörlose Menschen

Auch in der zweiten Hälfte des Jubiläumsjahres „Hildesheim 2015“ können Menschen mit Hörschädigung oder gehörlose Menschen Vorträge, Lesungen und Themenführungen in Gebärdensprache besuchen. Bereits im ersten Halbjahr gab es 15 Veranstaltungen, die von der Johannishofstiftung finanziert wurden. Dank der Fördergelder der Aktion Mensch e.V. können nun von August bis November 2015 neun weitere Veranstaltungen angeboten werden. In einem YouTube-Video fasst Jörg Apel das Angebot im Jubiläumsjahr in Gebärdensprache zusammen.

Beim Stadtjubiläum „Hildesheim 2015“ sind über 200 der 350 Veranstaltungen des Festprogramms barrierefrei. Dazu zählen auch Vorträge, Lesungen und Führungen in Gebärdensprache, von denen im ersten Halbjahr 15 angeboten wurden. Über 60 Menschen mit Hörschädigung oder gehörlose Menschen nutzten das Angebot. Die Aktion Mensch e.V. stellt einen Förderbetrag von 5.000 Euro zur Verfügung, von dem im zweiten Halbjahr weitere neun Veranstaltungen mit Simultanübersetzung bezahlt werden können. „Wir freuen uns, dass so viele Menschen das Angebot nutzen und dass es auch von August bis November weitere Veranstaltungen in Gebärdensprache geben wird“, sagt Anke Persson vom Büro 1200. In einem YouTube-Video fasst Jörg Apel, selbst gehörlos, die neun Veranstaltungstipps in Gebärdensprache zusammen. Das Video kann unter https://youtu.be/d0bvyg7nKZc abgerufen werden.

Folgende Vorträge, Lesungen und Themenführungen werden im zweiten Jubiläumshalbjahr simultan übersetzt: Kunsthistoriker Dr. Stefan Bölke erklärt in dem Vortrag „Eine Stadt in Bewegung – Die Elektrische in Hildesheim“ am Freitag, 7. August, 19 Uhr die Geschichte der Elektrifizierung Hildesheims. Veranstaltungsort ist das Stadtmuseum im Knochenhauer-Amtshaus. Krimiautorin Sabine Hartmann liest aus ihrem Krimi „Mord im Museum“ am Freitag, 11. September, um 19 Uhr in der Portiuncula im Roemer- und Pelizaeus-Museum, einem Raum, der nur zu besonderen Anlässen für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Zwei Tage später, am Sonntag, 13. September, findet die Themenführung „30 Jahre Krieg und Not“ durch das 17. Jahrhundert Hildesheims statt. Hier wird ab 14 Uhr simultan übersetzt. Treffpunkt ist der Marktplatz. Am Sonntag, 11. Oktober, wird die thematisch daran anknüpfende Führung durch das 18. Jahrhundert „Reiche Kirche, arme Leute und
Pikantes“ ebenfalls übersetzt. Treffpunkt ist die St. Magdalenen-Kirche in der Mühlenstraße um 14 Uhr. Weiter geht es am Mittwoch, 21. Oktober, 19 Uhr im Riedelsaal der Volkshochschule Hildesheim. Hier wird Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer über die Rolle Hildesheims im Landkreis und in der Metropolregion referieren. Die Themenführung „Auf dem Weg in die Moderne“ am Sonntag, 8. November, führt durch das 19. Jahrhundert in Hildesheim. Treffpunkt ist ab 14 Uhr auf dem Marktplatz.

Führungen ausschließlich in Gebärdensprache mit Jörg Apel
Jörg Apel, selbst gehörlos, bietet am Samstag, 26. September, von 10 bis 12 Uhr eine Stadtführung mit anschließender Führung durch die Sonderausstellung im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Gebärdensprache an. Eine Stadtführung und eine Führung durch das neueröffnete Dommuseum gibt es am Freitag, 28. August und Freitag, 4. September. Anmeldungen nimmt Jörg Apel per E-Mail an jorgapel@gmx.de entgegen.

Barrierefreies Jubiläum
Über 200 der 350 Jubiläumsveranstaltungen sind barrierefrei. Knapp 30 ehrenamtliche „Barrierescouts“ haben die rund 100 Programmpartner des Jubiläumsjahres beraten und dabei unterstützt, Barrieren zu minimieren. So wurde darauf geachtet, dass etwa Stadtführungen nicht über Treppenstufen führen, Theaterstücke in Gebärdensprache übersetzt oder Konzerte in leichter Sprache beworben werden. Eine besondere Herausforderung sind Veranstaltungen in
Gebärdensprache. Menschen mit Hörschädigung oder gehörlose Menschen finden selten Veranstaltungen, die simultan übersetzt werden. Die Kosten für die Gebärdensprachdolmetscher sind gerade für kleinere kulturelle Projekte nicht aufzubringen. Mit Unterstützung der Diakonie Himmelsthür hat das Büro 1200 Gelder akquiriert, mit denen die insgesamt 24 Veranstaltungen übersetz worden sind.

Aktuelle Informationen sind unter www.hildesheim2015.de abrufbar.

Erste barrierefreie Betriebe in Niedersachsen ausgezeichnet

Heute sind am Alfsee insgesamt 33 Betriebe aus Niedersachsen mit den Qualitätszertifikaten KinderFerienLand (11 Betriebe), ServiceQualität Deutschland in Niedersachsen (14 Betriebe) und Reisen für Alle (8 Betriebe) ausgezeichnet worden. Für die Landesregierung ist die Verbesserung des Qualitätsmanagements im Tourismus ein integraler Bestandteil zur weiteren Stärkung des Leitmarktes Tourismus in Niedersachsen.

Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Behrens erklärte: „Die Fähigkeit sich im Wettbewerb mit anderen nationalen und internationalen Destinationen zu behaupten, wird auf Dauer nicht nur das Verhältnis von Preis und Leistung, sondern vor allem die Qualität eines Angebots entscheiden. Qualitätssicherung und -steigerung ist eine unabdingbare Voraussetzung, um Gäste für Niedersachsen zu gewinnen und langfristig zu binden. Barrierefreies Reisen ist eine Schlüsselaufgabe bei der qualitativen Tourismusentwicklung in Niedersachsen.“

Im Rahmen der heutigen Veranstaltung wurden die ersten acht Betriebe mit der bundesweit einheitlichen Zertifizierung für Barrierefreiheit „Reisen für Alle“ ausgezeichnet. Niedersachsen setzt seit Anfang 2015 das bundesweit einheitliche Kennzeichnungs- und Zertifizierungssystem „Reisen für Alle“ um. Dazu Carolin Ruh, Geschäftsführerin der TourismusMarketing Niedersachsen GmbH: „Wir wollen den barrierefreien Tourismus in Niedersachsen noch weiter ausbauen. Die Urlauber sollen unkompliziert in den Urlaub fahren können. Das Zertifikat „Reisen für alle“ schafft Transparenz für die Gäste. Die gesamte touristische Servicekette von der Anreise über den Aufenthalt bis hin zur Kundenbetreuung und -information wird erfasst. Zugleich unterstützen wir mit einheitlichen Qualitätskriterien und verlässlichen Kennzeichen das Tourismusmarketing im In- und Ausland.“ Bis Ende 2015 sollen in Niedersachsen rund 100 Betriebe für das Zertifikat „Reisen für alle“ zertifiziert werden.

Die TMN ist in Niedersachsen für alle drei Initiativen der Träger im Land. Alle zertifizierten Unternehmen und Leistungsträger sind durch ihre Prüfung Teil des Landesmarketings. Staatssekretärin Daniela Behrens sagte: „Qualitätsvoller Tourismus muss ganzheitlich und übergreifend gedacht werden. Die Ansiedlung der Initiativen bei der TMN bedeutet die Bündelung von Kompetenzen und zugleich eine Stärkung der Qualität im Tourismus.“

Inklusion – aber nur wenn sie nichts kostet?

Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen müssen auch dann umfassend unterstützt werden, wenn sie im Rahmen der Inklusion eine normale Schule besuchen. Das setzen engagierte Träger von Behinderteneinrichtungen derzeit mit einer Petition an die bayerische Politik durch. Die beim Besuch von Förderschulen übliche Kostenübernahme für Fahrten zur Schule wird nach derzeitiger Regelung nahezu ersatzlos gestrichen, wenn ein Kind auf eine Regelschule wechselt. Das Kultusministerium muss nun Abhilfe schaffen.

Wenn junge Menschen mit Behinderungen jeden Morgen in eine Förderschule gebracht werden, beteiligen sich die Kostenträger an diesen oftmals hohen Fahrtkosten für die notwendigen begleiteten Transporte. Erfolgt jedoch im Rahmen der erwünschten Inklusion zum Beispiel der Besuch einer inklusiven Grundschule, werden bisher jährlich nur rund 400 Euro zum Beispiel für eine Busfahrkarte erstattet.

Auf diese Ungleichbehandlung machte die im Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) organisierte Stiftung ICP München jetzt mit einer Petition aufmerksam. „Auch zu einer Regelschule müssen schwerbehinderte, in ihrer Mobilität eingeschränkte Kinder mit einem Fahrdienst gebracht werden. Das darf nicht von der Schulart abhängig gemacht werden“, erklärt der ICP-Vorstandsvorsitzende Dr. Hans Beyrle. „Durch die unverständliche Verweigerung der Fahrtkosten beim Besuch inklusiver Schulen werden die Kinder also fast zum Besuch von Förderschulen gedrängt, obwohl der Freistaat Bayern und auch die UN-Behindertenrechtskonvention etwas völlig anderes wollen.“

In einer Anhörung unterstützte nun auch der Ausschuss für Bildung und Kultus im bayerischen Landtag die Forderung der Stiftung und überwies die Petition als „Material“ an die Staatsregierung. „Ein wichtiger Schritt ist geschafft, denn damit wird das zuständige Ministerium aufgefordert, die Situation zu prüfen und zum Beispiel über eine Verordnung oder im Rahmen einer Gesetzesnovelle Abhilfe zu schaffen“, erläutert der Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle in München Joachim Görtz.

Allerdings sei damit den betroffenen Kindern nicht direkt geholfen, ärgert sich der bayerische bpa-Landesvorsitzende Kai A. Kasri. „Der Ausschuss konnte sich nicht dazu durchringen, das Schulfinanzierungsgesetz kurzfristig zu ändern. Wir müssen nun darauf hoffen, dass das Kultusministerium zügig eine Lösung für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung, die eine inklusive Grundschule besuchen, findet und die finanziellen Hürden schnell beseitigt.“

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 8.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 1.000 in Bayern) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 260.000 Arbeitsplätze und circa 20.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 20,6 Milliarden Euro.

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Sexualisierte Gewalt: Jungen und Mädchen mit Behinderung besser schützen

Mädchen und Jungen mit Behinderung sind besonders gefährdet, Opfer sexualisierter Gewalt zu werden. Um diese Kinder und Jugendlichen in Einrichtungen besser zu schützen, hat der Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Ralf Kleindiek gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter
Menschen, Verena Bentele, dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, und der Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V. ein neues Modellprojekt eröffnet:
„Beraten & Stärken – Schutz von Mädchen und Jungen mit Behinderung vor sexualisierter Gewalt in Institutionen“. Auftakt war ein
Expertinnen-Fachgespräch in Berlin.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig begrüßte den Start des neuen Modellprojekts: „Studien belegen, dass Kinder und Jugendliche mit Behinderung den
Gefahren sexualisierter Gewalt in besonderem Maße ausgesetzt sind. Sie sind auf Hilfen im Alltag angewiesen, emotional oft von ihren Bezugspersonen abhängig, und meistens fällt es ihnen schwer zu widersprechen. Deshalb ist es wichtig, die Präventions- und Interventionsarbeit in den Einrichtungen zu stärken. Für mich
ist das Projekt`Beraten und Stärken`ein wichtiger Baustein im Gesamtkonzept zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt.“

Bis Ende des Jahres 2018 werden in bundesweit 100 Einrichtungen modellhaft Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fortgebildet, die Strukturen für den Kinderschutz in den Institutionen verbessert und Präventionstrainings mit dort lebenden Mädchen und Jungen durchgeführt. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert das Modellprojekt „Beraten & Stärken“, das
auf einer engen Kooperation mit den Fachverbänden im Bereich der Behindertenhilfe basiert.

Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Verena Bentele, unterstreicht: „Mädchen und Jungen mit Behinderung müssen mit allen geeigneten Maßnahmen vor Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch geschützt werden.
Damit die Artikel 7 und 16 der UN Behindertenrechtskonvention wirksam umgesetzt werden, sind umfassende Schutz- und Präventionsmaßnahmen von hoher Wichtigkeit.
Mädchen und Jungen mit Behinderung durch Empowerment zu stärken, halte ich deshalb für unverzichtbar. Kinder sind unsere Zukunft, diese Zukunft müssen wir schützen und stärken.“

Durchgeführt wird das Modellprojekt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V. (DGfPI), dem Zentrum für Diagnostik und Förderung (ZeDiF) der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln sowie bundesweit zehn Fachberatungsstellen. Matthias Nitsch, Geschäftsführer DGfPI e.V., erklärt:
„Wir freuen uns in diesem Modellprojekt die Expertise von Fachberatungsstellen die zum Thema sexualisierte Gewalt arbeiten, der Universität Köln und der Einrichtungen der Behindertenhilfe zusammenführen zu können, um Mädchen und Jungen mit Behinderung besser vor sexualisierter Gewalt zu schützen.“

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, erklärt zum Auftakt in Berlin: „Schutzkonzepte sind in allen Einrichtungen, denen Kinder anvertraut sind, dringend erforderlich.
Besonders dort, wo Kinder sehr hilfebedürftig sind oder sich nur schwer mitteilen können, stehen wir bei der Prävention von sexueller Gewalt vor besonderen Herausforderungen. Wir wissen, dass Mädchen und Jungen mit Behinderungen ein erhöhtes Risiko tragen, Opfer von sexueller Gewalt zu werden. Ich bin froh, dass das Modellprojekt jetzt startet und dazu beitragen wird, spezifische Erkenntnisse
für die Entwicklung und Umsetzung von Schutzkonzepten für diese besonders schutzbedürftige Gruppe weiter zu verbessern.“

Die Ergebnisse des Modellprojekts „Beraten & Stärken“ sollen in Form von umfangreichen Handlungsempfehlungen veröffentlicht werden und später als Grundlage für Qualifizierungsmaßnahmen oder Präventionsprogramme dienen.
Weitere Informationen: www.dgfpi.de

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Unabhängige Fachstelle für Barrierefreiheit

Sozial- und Behindertenverbände, darunter der Sozialverband VdK Deutschland, fordern die Bundesregierung auf, im Zuge der Novellierung des Behindertengleichstellungsgesetzes endlich eine unabhängige Fachstelle für Barrierefreiheit zu schaffen und dauerhaft zu finanzieren. Anlass ist ein heutiges Parlamentarisches Frühstück des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit.

„Ziel einer solchen Fachstelle muss es sein, die Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes voranzutreiben und Menschen mit Behinderung und deren Interessenvertretungen bei ihren Initiativen für mehr Barrierefreiheit zu unterstützen. Barrierefreiheit ist Voraussetzung einer inklusiven Gesellschaft. Ihre Umsetzung ist durch die Behindertenrechtskonvention geboten. Deshalb dürfen wir auf eine dauerhafte Adresse für Barrierefreiheit nicht verzichten“, so Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland und Mitglied im Sprecherrat des Deutschen Behindertenrats.

Eine unabhängige Fachstelle für Barrierefreiheit könne auf bestehende Strukturen und Kompetenzen des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit (BKB) aufbauen. Dieses ist für Menschen mit Behinderung und damit auch für die sie vertretenden Verbände seit seiner Gründung 2008 zu einem unverzichtbaren Bestandteil im Prozess der Herstellung von Barrierefreiheit geworden. „Sinnvoll ist es, das vorhandene Knowhow systematisch zu bündeln, weiterzuentwickeln und allen Menschen zentral zur Verfügung zu stellen“, so Mascher.

„Für uns in den Bundesländern ist das Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit ein unverzichtbarer Netzwerkpartner und Koordinator. Und dies keinesfalls nur im baulichen Bereich, sondern für Leitfäden fürs Museum, Standards für Produkte, im Verkehr sowie im Tourismus. Wir brauchen verlässliche Informationen und den Austausch für eine effektive und geforderte Beteiligung an allen Prozessen ‚auf Augenhöhe‘ für die vielen, meist ehrenamtlich aktiven Menschen mit Behinderung und ihre Partner“, betont die Gastrednerin beim Parlamentarierfrühstück, Irmgard Badura, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung.

Die Behinderten- und Sozialverbände sind davon überzeugt, dass einer unabhängigen Fachstelle für Barrierefreiheit eine herausragende Bedeutung bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zukommt. Es brauche bei der Umsetzung von Barrierefreiheit vor Ort einen zentralen Ansprechpartner für Behindertenverbände, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, der Standards bündelt, Wissenslücken identifiziert und systematisch schließt. „Die Einrichtung einer solchen Stelle ist eine staatliche Aufgabe, die ausreichend finanziert werden muss“, betont Andreas Bethke, Geschäftsführer des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands und Vorstandsvorsitzender des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit.

Informationen zum Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit unter www.barrierefreiheit.de