„Tag des barrierefreien Tourismus“

Prominente Redner, konstruktive Beiträge, breites Interesse – die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) zieht als Veranstalter eine positive Bilanz zum diesjährigen „Tag des Barrierefreien Tourismus“ auf der ITB. Rund 150 Fachbesucher, darunter Entscheidungsträger aus der internationalen Reiseindustrie und der Politik sowie Experten und Medienvertreter folgten der Einladung zum Kongress, über den Blickwinkel von Menschen mit Aktivitäts- und Mobilitätseinschränkungen hinaus die weitergehenden Chancen der Barrierefreiheit zu erörtern.

Im Keynote Panel betonte Taleb Rifai, Generalsekretär der Welttourismusorganisation UNWTO: „Es ist das Recht jedes Menschen, ob mit oder ohne Behinderung, zu reisen. Dieses Recht wird nicht erst durch die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention proklamiert.“ Iris Gleicke, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer und Beauftragte der Bundesregierung für Tourismus und Mittelstand verwies auf die Notwendigkeit, Barrieren abzubauen und Reisen für alle erlebbar zu machen: „Um dieses Ziel umzusetzen, sind gemeinsames Engagement und Initiativen auf allen Ebenen von Wirtschaft und Politik nötig.“

„Heute schon unternehmen Menschen mit Behinderungen im erwerbsfähigen Alter aus Europa jährlich etwa 340 Millionen Reisen, weitere 450 Millionen Reisen generiert die Gruppe der über 64-Jährigen. Durch die demografische Entwicklung ist absehbar, dass dieses Segment in den kommenden Jahren stark wächst – auf etwa 520 Millionen Reisen im Jahr 2020. Mit der Organisation des Kongresses im Rahmenprogramm der ITB konnten wir deutlich machen, dass Barrierefreiheit für uns ein Qualitätsmerkmal im Wettbewerb der Destinationen ist“, erklärt dazu Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der DZT.

Repräsentanten von Unternehmen, Verbänden, Organisationen und Initiativen analysierten in der einleitenden Podiumsdiskussion den Status bei der Einführung und Umsetzung barrierefreier Angebote in Deutschland sowie praktische Herausforderungen durch präzise Informationen. Die anschließenden Präsentationen beleuchteten mit zahlreichen Studien und Praxisbeispielen Möglichkeiten und Chancen barrierefreier Angebote auf internationaler, bundesweiter, regionaler und lokaler Ebene.

Abschließend stellten das Deutsche Seminar für Tourismus DSFT und die NatKo den aktuellen Stand des Zertifizierungssystems „Reisen für Alle“ vor. Dieses Projekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), schafft einheitliche Qualitätskriterien sowie eine eindeutige Kennzeichnung barrierefreier Angebote. Im Rahmen der Initiative wurden ein System für die Zertifizierung, Trainingsmaßnahmen und eine bundesweit einheitliche Kennzeichnung entwickelt.

Der vierte „Tag des Barrierefreien Tourismus“ wurde auf Beschluss des Deutschen Bundestages und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie durch die DZT organisiert. Projektpartner waren wiederum Tourismus für Alle Deutschland e.V. – NatKo, die AG Barrierefreie Reiseziele in Deutschland, der Bundesländerarbeitskreis Barrierefreies Reisen sowie die Messe Berlin.

Menschen mit Behinderung haben ein Recht auf Mobilität

„Menschen, die aufgrund einer Gehbehinderung auf einen E-Scooter angewiesen sind, müssen diesen auch in Bussen und Bahnen mitnehmen können.“ Das fordern Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt und die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Petra Wontorra, in einer gemeinsamen Erklärung. Gemeinsam fordern sie den Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) auf, seine Entscheidung zu überdenken. Dieser lehnt unter Verweis auf Sicherheitsbedenken den Transport von E-Scootern in Bussen und Straßenbahnen ab.

„Menschen mit Behinderungen muss die volle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gewährt werden“, erklärt die Ministerin für Soziales und Gleichstellung, Cornelia Rundt: „Deshalb ist es auch notwendig, dass diese Menschen bei Fahrten mit dem ÖPNV die Mobilitätshilfen mitnehmen dürfen, auf die sie angewiesen sind.“ Das müsse Bestandteil des Rechtes auf Mobilität und der Umsetzung eines möglichst barrierefreien öffentlichen Verkehrsraums sein, so Cornelia Rundt. Petra Wontorra kritisiert, dass die betreffenden Verkehrsbetriebe im Vorfeld ihrer Entscheidung nicht das Gespräch mit den Betroffenen gesucht haben: „Es gibt Menschen mit Gehbehinderung, die nicht mehr ihre Therapie erreichen können, wenn sie den E-Scooter nicht im Bus mitnehmen dürfen“, so Wontorra: „Solche Fragen, die für Menschen von existentieller Bedeutung sind, müssen mit den Betroffenen stets im Vorfeld erörtert werden – das ist in diesem Fall meines Wissens leider nicht geschehen.“

Rundt und Wontorra fordern die Verkehrsbetriebe dazu auf, bezüglich der E-Scooter-Mitnahme praktikable, sichere und nutzerInnenfreundliche Lösungen zu entwickeln. So könnten in den Bussen und Bahnen technische Vorrichtungen für einen sicheren Transport der E-Scooter vorgesehen werden. „Sinnvoll wäre etwa, die Mitnahme von E-Scootern immer dann zu erlauben, wenn der Fahrgast beispielsweise mit seinem Schwerbehindertenausweis die Notwendigkeit dieses Hilfsmittels belegen kann“, sagt Ministerin Cornelia Rundt. „Möglicherweise kann man auch die Iso-Normen heranziehen, nach denen Elektrorollstühle und E-Scooter klassifiziert werden“, ergänzt Wontorra.

Die Niedersächsische Landesbehindertenbeauftragte Petra Wontorra hat heute die Bundesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Verena Benthele, per Brief gebeten, das Thema beim nächsten Treffen der Landesbeauftragten auf die Tagesordnung zu setzen. Wontorra: „Wir können einen grundsätzlichen Ausschluss der Mitnahme von E-Scootern nicht akzeptieren. Inzwischen wird sogar einigen E-RollstuhlnutzerInnen die Mitfahrt aus Unsicherheit der Fahrer und Fahrerinnen verweigert.“ Rundt und Wontorra begrüßen zudem die Erstellung eines neuen Gutachtens zu diesem Thema. „Die Sicherheit der Fahrgäste ist wichtig“, betont Ministerin Rundt, „die volle Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist es auch.“

15. Oktober 2014 – 50 Jahre Tag des weißen Stockes

Am 15. Oktober findet zum 50. Mal der internationale Tag des weißen Stockes statt. Anlässlich des Jubiläums fordern die blinden und sehbehinderten Menschen in Deutschland zu mehr Rücksicht auf. In einer breit angelegten Aktion weisen sie auf die Bedeutung von Bodenleitsystemen hin, die mit dem Stock ertastet werden und im öffentlichen Raum zur Orientierung dienen. Das Motto: „Bitte Weg frei!“

Im Boden verlegte Platten mit Noppen und Rippen haben verschiedene Funktionen: Sie leiten, warnen und stoppen. In Reihe verlegte Platten mit Rippen, sogenannte Leitstreifen, zeigen eine sichere Strecke an. Sie sind beispielsweise auf Bahnsteigen zu finden, natürlich mit ausreichendem Abstand von der Bahnsteigkante. Wer dort sein Gepäck abstellt und so die Leitstreifen blockiert, zwingt blinde und sehbehinderte Menschen zu Umwegen, die gefährlich werden können. Deshalb verteilen die Selbsthilfeorganisationen am 15. Oktober in ganz Deutschland Aktionspostkarten, mit denen die sehenden Mitbürger aufgefordert werden, den „Stockeinsatz“ zu erleichtern.

Parallel finden an zehn Bahnhöfen Schwerpunktaktionen statt. Hier haben sehende Menschen Gelegenheit, selbst einmal einen Leitstreifen zu nutzen – ausgestattet mit einer Augenbinde und einem Langstock. An Infotischen stehen zudem Vertreter der Selbsthilfeorganisationen für persönliche Gespräche und Informationen zur Verfügung.

Die Aktion „Bitte Weg frei!“ wird vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband gemeinsam mit dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf organisiert. Sie findet mit Unterstützung der Deutschen Bahn AG statt.

„Für blinde und sehbehinderte Menschen ist die Deutsche Bahn ein sehr wichtiger Verkehrsträger“, erklärt Ellen Engel-Kuhn, Leiterin Kontaktstelle für Behindertenangelegenheiten bei der DB. „Für uns stellen sie eine bedeutende Zielgruppe dar, deren spezifische Bedürfnisse wir sowohl bei Bahnhofsmodernisierungen als auch bei Fahrzeugprojekten in unsere Planungen einbeziehen.“ Zirka 4.120 Bahnsteige (45 Prozent) der DB sind bisher nach Angaben des Unternehmens mit einem taktilen Leitsystem aus Bodenindikatoren ausgestattet.

Presseservice: Für Ihre Berichterstattung über den 50. Tag des weißen Stockes und die Bedeutung von Rippen- und Noppenplatten finden Sie Pressebilder zum kostenfreien Abdruck, eine Liste der Schwerpunktaktionen, Fachinformationen zu Bodenleitsystemen sowie einen ausführlichen Artikel über die Geschichte des weißen Stockes unter www.weisser-stock.de

PKW-Maut bedroht Nachteilsausgleich behinderter Menschen

Zur aktuellen Debatte über die geplante PKW-Maut erklärt SoVD-Präsident Adolf Bauer:

Für rund 500.000 schwerbehinderte Menschen in Deutschland könnte sich die geplante PKW-Maut folgenschwer auswirken. Denn die Betroffenen sind von der KfZ-Steuer voll- oder teilbefreit und hätten damit das Nachsehen, wenn die Bundesregierung diese Steuer als Ausgleich zur Maut senkt. Den bisher geltenden Nachteilsausgleich für schwerbehinderte Menschen über diesen Weg stillschweigend zu kassieren, wäre unverantwortlich. Eine Klarstellung durch das Bundesverkehrsministerium wäre jetzt das richtige Signal. Es muss rechtzeitig eine praktikable Lösung auf den Tisch, zum Beispiel eine Befreiung von der PKW-Maut für schwerbehinderte Menschen.

Transatlantikflug im Rollstuhl

Wenn Rollstuhlfahrer einen Langstreckenflug buchen, etwa über den Atlantik in die USA, wollen sie wissen, ob sie mit dem Bord-Rolli die Toilette benutzen können – bei über acht Stunden Flugdauer ein wichtiges Kriterium. Die Airbus-Flotte der Lufthansa, die bei Langstreckenflügen ab Frankfurt, Düsseldorf und München eingesetzt wird, ist entsprechend ausgestattet. „Je nach Flugzeugtyp verfügen unsere Maschinen über eine extragroße Bordtoilette, einen größeren Waschraum mit zweiter Tür für den Rollstuhl oder einen Waschraum mit zwei Wänden, die man bei Bedarf aufklappen kann“, erklärt Bettina Rittberger von der Lufthansa in der „Apotheken Umschau“. Sicherheitshalber sollte man sich jedoch vor dem Flug erkundigen, ob dieser Service auf der gebuchten Route auch verfügbar ist.

Erste barrierefreie Fernbusse mit Infotainment-Angebot

Nach mehrwöchigem Pilotbetrieb wird es für den ADAC Postbus jetzt ernst: Ab Freitag, 1. November, verkehrt der „Bus für Deutschland“ mehrmals täglich auf zunächst fünf Strecken und zwischen 24 Städten. Mit an Bord haben die über 60 Fernbusse bei ihren Jungfernfahrten eine extra für das neue Busprojekt produzierte 100-seitige Erstausgabe von „Mein Bus“ – das neue ADAC Postbus Magazin. In einer Auflage von insgesamt 150 000 Exemplaren erscheint die Zeitschrift künftig regelmäßig und bietet neben kurzweiligen Berichten und Reportagen rund um das Thema Reisen auch einen umfangreichen Service- und Ratgeberteil.

Angeboten werden zum Start folgende Strecken:

– Köln – Frankfurt/Main – München
(Variante A mit Halt in Bonn, Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart und
Augsburg)
(Variante B mit Halt in Würzburg und Nürnberg)
– Bremen – Hamburg – Berlin
– Köln – Dortmund – Hannover – Berlin (mit Halt in Düsseldorf,
Duisburg, Essen, Bochum, Bielefeld, Braunschweig und Magdeburg)
– Berlin – Dresden – Leipzig
– Berlin – Leipzig

Die hochmodernen ADAC Postbusse wurden am Montag auf dem ADAC Fahrsicherheitszentrum Grevenbroich an zehn mittelständische Bus-Partnerunternehmen übergeben – verbunden mit einem Schulungs- und Qualifizierungsprogramm sowie einem Fahrsicherheitstraining. Die Busse der Hersteller Scania und Van Hool verfügen über neueste Sicherheitstechnologien wie Abstandsregelautomatik, Spurhaltesysteme, Reifendruckkontrolle und elektronische Bremssysteme. Die Busse von Van Hool sind bereits als erste Fernbusse Deutschlands behindertengerecht und barrierefrei ausgestattet. Außerdem verfügen die Sitzplätze in den neuen ADAC Postbussen über Drei-Punkt-Gurte, womit beispielsweise auch ein sicherer Transport von Kleinkindern in Kindersitzen möglich gemacht wird.

Neben der Sicherheit wird in den klimatisierten Fernbussen auch der Komfort groß geschrieben: Die Fahrzeuge verfügen über bequeme, einrückbare Sitze mit großer Beinfreiheit (80 cm Sitzplatzabstand) und Stromanschluss in jeder Sitzreihe. Als erster europäischer Fernlinienbus bietet der ADAC Postbus zudem ein von Lufthansa Systems entwickeltes Infotainment-Angebot. Passagiere können mit ihren Tablet PCs, Smartphones oder Laptops über ein kostenfreies WLAN online gehen sowie aus einem Mediacenter aktuelle Filme, TV-Serien, Shows, Dokumentationen, Nachrichtensendungen oder Hörbücher auswählen. Snacks und Getränke sind in allen Bussen erhältlich. An den Haltestellen stehen zudem zusätzliche Servicekräfte bereit, um ein schnelles, reibungsloses Ein- und Aussteigen zu gewährleisten.

Informationen zur Reise mit dem ADAC Postbus erhalten Fahrgäste per SMS, E-Mail oder online über die Website www.adac-postbus.de . Dort können Fahrten ebenso einfach gebucht werden wie in mehr als 5 000 Postfilialen und 178 ADAC Geschäftsstellen. Telefonisch buchen können Fahrgäste über den Kundenservice (Tel. 0228/ 9727 2797). Möglich ist der Ticketkauf auch direkt beim Busfahrer.

Badewannen nachträglich mit einem sicheren Zugang ausstatten

Die größten Unfallgefahren lauern in den eigenen vier Wänden: Rund drei Millionen Bundesbürger verletzen sich nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) jedes Jahr in ihrer Wohnung. Besonders oft sind ältere Menschen betroffen. Schon kleine Ursachen wie eine Falte im Teppich oder ein rutschiger Fliesenboden können oft eine fatale Wirkung haben. Dabei lassen sich viele Stolperfallen mit einfachen Mitteln entschärfen. Um beispielsweise das Bad barrierefrei umzubauen, lässt sich nahezu jede Badewanne nachträglich mit einer Zutrittstür ausstatten.

Unfallrisiken beseitigen

Der Umbau verbindet eine verbesserte Sicherheit mit mehr Komfort, und das nicht nur für ältere Menschen, sondern beispielsweise auch für die jüngsten Familienmitglieder. „Senioren, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, fällt der Zutritt zur Wanne oft schwer. Schnell verliert man dabei das Gleichgewicht, rutscht aus und zieht sich schmerzhafte Verletzungen zu“, erläutert Modernisierungsexperte Alexander Aßmann von Tecnobad. Das Risiko lässt sich mit einer soliden Eintrittstür verhindern, die nachträglich in die Wanne eingesetzt wird und sich bei Bedarf einfach hochklappen lässt. Der Experte empfiehlt, den Umbau durch Fachleute vornehmen zu lassen, damit der Zutritt garantiert dicht hält.

Umbau in wenigen Stunden

Der Umbau selbst ist mit nahezu jeder Badewanne möglich und nimmt nur rund einen halben Tag in Anspruch. Passgenau wird eine transparente Tür aus bruchfestem Kunststoff eingesetzt. 24 Stunden muss das spezielle Dicht- und Klebematerial aushärten, danach kann die Wanne wieder wie gewohnt genutzt werden. Da die gesamte Einrichtung des Badezimmers inklusive der Fliesen dabei intakt bleibt, ist der barrierefreie Umbau nicht nur besonders schnell, sondern auch kostengünstig. „Eine komplette Badrenovierung und den damit verbundenen Lärm und Schmutz muss man heute nicht mehr in Kauf nehmen, um sich barrierefrei und sicher einzurichten“, berichtet Alexander Aßmann weiter.

Weitere Informationen gibt es unter www.badewannentuer.de

Entwicklung einer Smartphone-Navigation für Blinde und Sehbehinderte

Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, hat die Entwicklung einer neuen Smartphone-Navigation für Blinde und Sehbehinderte begrüßt. Damit sollen sie künftig mit Hilfe eines Smartphones zu ihren Zielen auch innerhalb von Gebäuden finden können. „Es gibt bereits erste ermutigende Erfahrungen bei der Entwicklung von Navigationsmöglichkeiten von Smartphones für Menschen mit Behinderungen. So greift das Projekt Erfahrungen aus dem westfälischen Soest auf und wird sie weiterentwickeln.“ so Hubert Hüppe.

Das neuartige Navigationssystem mit dem Namen m4guide wird in Berlin entwickelt. Die Stadt wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie dafür ausgewählt. Mit m4guide werden Blinde und Sehbehinderte zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln mit Hilfe eines Smartphones zum Ziel geführt. Dies soll sowohl draußen als auch innerhalb von Bahnhöfen möglich sein. Neu ist insbesondere:

– eine punktgenaue Ortung im Blindenstockradius,
– eine Ortung und Navigation auch innerhalb von Bahnhöfen und öffentlichen Gebäuden,
– die Berücksichtigung von Hindernissen und Gefahrenstellen.

„Ein solches Navigationssystem kann auch ein echter Mehrwert für Menschen ohne Behinderungen sein und ihnen künftig die Orientierung in unbekannter Umgebung erleichtern,“ so Hubert Hüppe.
Laut Information der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt wird das Reiseinformations- und Navigationssystem m4guide gemeinsam mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Landkreis Soest und fünf weiteren Partnern aus Forschung, IT- und Verkehrsunternehmen entwickelt.

Nähere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.

„Paralympisches Jugendlager fördert Integration behinderter und nichtbehinderter Jugendlicher.“

Bundesfamilienministerin besucht als Schirmherrin 6. Paralympisches Jugendlager in London

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder,
besucht heute (Freitag) das Paralympische Jugendlager der Deutschen
Behindertensportjugend in London. Als Schirmherrin des Jugendlagers wird sich
Kristina Schröder vor Ort mit Athletinnen und Athleten treffen. Geplant ist zudem
der Besuch eines Wettkampfs bei den Paralympics.

„Vor den sportlichen Leistungen der Jungen und Mädchen ziehe ich meinen Hut“,
sagt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. „Die Paralympics und das
paralympische Jugendlager sind für mich ein klasse Beispiel dafür, wie
unkompliziert und selbstverständlich Jugendliche mit und ohne Behinderung aus
aller Welt zusammentreffen können. Das zeigt: Der Sport eignet sich hervorragend
dazu, Kinder und Jugendliche für den internationalen Austausch zu begeistern.“

Das 1. Paralympische Sommer Jugendlager der Deutschen Behindertensportjugend gab
es vor genau 20 Jahren: 1992 in Barcelona. In London findet das 6. Jugendlager
statt. Seit 1960 werden regelmäßig die Weltspiele für Behinderte ausgetragen. Die
ersten Paralympics in der heutigen Form fanden 1976 statt. Seit 1992 sind sie
organisatorisch mit den Olympischen Sommerspielen verbunden und werden jeweils
drei Wochen danach am gleichen Ort veranstaltet.

Die XIV./14. Paralympischen Sommerspiele werden vom 29. August bis
9. September 2012 in London ausgetragen. Etwa 4.200 Sportler aus 165 Nationen
werden erwartet, womit die diesjährigen Spiele die meisten Teilnehmenden der
Geschichte der Paralympics aufweisen. Während der Paralympics werden insgesamt
503 Wettkämpfe in 20 Sportarten ausgetragen.

Das Bundesfamilienministerium fördert die Integration jugendlicher Behinderter in
die internationale Jugendarbeit in vielfältiger Weise. Dazu zählen unter anderem
die internationalen Paralympischen Sommer Jugendcamps sowie ein erstmals von der
Deutschen Behindertensportjugend organisiert und erfolgreich durchgeführtes
Paralympisches Winter-Jugendlager 2010 in Kanada.

Blinde und sehbehinderte Radfahrer auf dem Weg nach Berlin

Tandem-Sternfahrt für mehr Teilhabe behinderter Menschen

In ganz Deutschland sowie in sechs benachbarten Ländern machen sich in den nächsten Wochen blinde und sehbehinderte Radfahrer auf den Weg nach Berlin. Gemeinsam mit ihren sehenden „Piloten“ sind sie Teilnehmer einer Tandem-Sternfahrt, die vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und dem Verein Tandem-Hilfen veranstaltet wird.

Die 130 teilnehmenden Teams kommen aus Deutschland, Lettland, den Niederlanden, Polen, Russland, aus der Schweiz und aus Tschechien. Am 1. Juni wird dann ein Korso aus 130 Tandems auf einer 50 km langen Strecke durch Berlin rollen. Unter dem Motto „Gemeinsam geht alles!“ werden die Tandem-Fahrer für die uneingeschränkte Teilhabe behinderter Menschen am öffentlichen Leben demonstrieren. Ziel der Fahrt ist das Tempodrom, vom 1. bis zum 3. Juni 2012 Veranstaltungsort des Louis Braille Festivals der Begegnung (www.dbsv-festival.de).

Ermöglicht wird die Tandem-Sternfahrt durch die freundliche Unterstützung der Aktion Mensch und der Nikolauspflege Stuttgart.

Als älteste bundesweite Selbsthilfeorganisation feiert der DBSV in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen. Für das Jubiläumsjahr hat Bundespräsident Joachim Gauck die Schirmherrschaft übernommen.

www.tandemsternfahrt.de