Ungehindert engagiert im Wattenmeer

Seit drei Jahren engagieren sich Beschäftigte des „Grünen Bereichs“ der Stiftung proWerk Bethel ehrenamtlich im Naturschutz auf Wangerooge. Das Freiwilligen-Team besteht aus Menschen mit geistigen Behinderungen, die als professionelle Landschaftspfleger ausgebildet sind. Jetzt trafen sie sich in Bielefeld mit Partnerinnen des Projektes „Ungehindert engagiert“ aus dem Wattenmeer und von EUROPARC, um Rückschau auf die bisherigen erfolgreichen Einsätze zu halten und weitere Kooperationsmöglichkeiten auszuloten.

Traubenkirsche, Kartoffelrose und Riesenbärenklau sei es gehörig „an die Wurzeln“ gegangen, berichteten jetzt die Beschäftigten des „Grünen Bereichs“ von Bethel proWerk. Im Rahmen des Projekts „Ungehindert engagiert“ von EUROPARC Deutschland e. V. waren sie auf der ostfriesischen Insel Wangerooge im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer für den Naturschutz im Einsatz. Unter anderem bekämpften sie dort nicht heimische Pflanzenarten. Für ihr ehrenamtliches Engagement bekamen sie nun Preise von der Nationalparkverwaltung überreicht.

Das Schönste sei der sichtbare Erfolg gewesen, sagte Teilnehmer Christian Ebke im Hotel Lindenhof in Bielefeld-Bethel. Durch ihre Einsätze im Wangerooger Heidegebiet, zuletzt im August 2014, hätten sich streng geschützte und gefährdete Pflanzenarten wieder ausgebreitet – zum Beispiel durch das Entschlammen wertvoller Kleingewässer. „Jetzt wächst dort wieder der seltene Strandling aus dem Wasser“, freut sich etwa Christian Ebke.

Insgesamt 15 junge Frauen und Männer von Bethel proWerk nehmen an dem Projekt „Ungehindert engagiert“ teil. In der Maßnahme bekommen Menschen mit geistiger Behinderung die Möglichkeit, sich freiwillig im Naturschutz zu engagieren. Gleichzeitig lernen die Freiwilligen viel über Flora und Fauna im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Für ihre Fortbildung wurden im Rahmen des Projektes auch Broschüren in Leichter Sprache über den Lebensraum Küste entwickelt.

Kerstin Emonds, Projektkoordinatorin von EUROPARC Deutschland, und Imke Zwoch von der Nationalparkverwaltung waren nach Bethel angereist, um den Einsatz der proWerk-Beschäftigten zu würdigen. Als kleines Dankeschön im Gepäck hatten sie unter anderem Outdoor-Jacken und Quartett-Kartenspiele mit Zugvögeln. Imke Zwoch machte auf die Erfolge des Engagements vieler Freiwilliger im Rahmen des Projekts aufmerksam: „Für uns ist das Freiwilligen-Team aus Bethel ein besonderer Glücksfall. Hier gehen Landschaftspflege-Profis ans Werk, die routiniert und ohne lange Einarbeitungszeit höchst effektiv mehr als das von uns geplante Pensum erledigen“. Kerstin Emonds hebt einen weiteren Aspekt hervor: „In diesem Projekt werden Menschen, die es gewohnt sind, Hilfe zu bekommen, selbst zu Helfenden und erbringen eine wertvolle Leistung für die Gesellschaft.“

Die Beschäftigten des „Grünen Bereichs“ von Bethel proWerk waren bereits zum dritten Mal im Nationalpark im Einsatz. Und im August startet der vierte Einsatz. Christian Ebke fiebert der Arbeit in den Dünen entgegen. „Ich bin echt glücklich dabei zu sein. Dabei wird man auch zum Experten für den speziellen Schutz der Natur auf der Insel.“

Das Projekt „Ungehindert engagiert“ wurde 2013 mit dem Deutschen Naturschutzpreis ausgezeichnet. Aus diesen Fördermitteln werden konkrete Maßnahmen wie die Erstellung der Broschüren in Leichter Sprache realisiert. Der Einsatz auf Wangerooge wird über einen Zeitraum von fünf Jahren durch die Niedersächsische Wattenmeerstiftung gefördert.

Sportevent Inklusionslauf am 6. Juni 2015

Sie rollen und laufen für das gleiche Vorhaben: Mit einem neuen Film zeigt der Sozialverband SoVD, wie sich behinderte und nichtbehinderte Sportlerinnen und Sportler auf den Inklusionslauf 2015 vorbereiten. Gemeinsam geht es in wenigen Wochen zur Startzone auf dem Tempelhofer Feld in Berlin. Mit ganzer Kraft werden die Athleten dann darum wetteifern, wer als Sieger die Ziellinie erreicht. Der Clip „Gemeinsam starten“ zeigt, warum es sich lohnt, am 6. Juni dabei zu sein. Die Veranstaltung richtet sich bundesweit an Interessierte und Aktive aus Verbänden und Initiativen des Sports.

Nicht ohne Grund ist die Hauptstadt bereits zum zweiten Mal der Austragungsort des Wettkampfes. Denn hier wird politisch entschieden, ob echte Inklusion in Deutschland Realität wird.

Link zum Video: http://youtu.be/JIGlY8XvbVg

Inklusionslauf startet auf dem Tempelhofer Feld

Außergewöhnlich waren die Reaktionen auf den ersten SoVD-Inklusionslauf am 28. Juni 2014. Spitzensportler, Politiker und Journalisten sprachen den Initiatoren ihre Anerkennung aus. Gemeinsam mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband und der Aktion Mensch setzte der Sozialverband SoVD ein bemerkenswertes Zeichen für Inklusion. Auch die Zahl der Sponsoren, die den Lauf unterstützen, war groß. In diesem Jahr geht es erneut an den Start. Das Ziel ist echte Inklusion.

Am 6. Juni 2015 ist es so weit. Dann fällt der Startschuss für den zweiten SoVD Inklusionslauf in Berlin. Der Sportevent kombiniert Wettbewerbe für Menschen mit und ohne Behinderungen. Ob Profi oder Hobby-Läufer, die Idee der Inklusion führt sportbegeisterte Menschen zusammen.

Zwei Monate vor der Veranstaltung haben bereits zahlreiche prominente Akteure aus Sport und Politik Unterstützung zugesagt. Schirmherrin ist die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele. Zudem werben der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller und weitere Ministerpräsidenten der Bundesländer für das Ereignis.

„Ich finde die Idee toll“, sagt der Regierende Bürgermeister zum Inklusionslauf. „So kommen Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen. Und: So wird der Sport zum Vorreiter einer solidarischen Stadt, in der wir Barrieren der Benachteiligung abbauen und Chancen für alle schaffen. Dieses Ziel teile ich mit den Veranstaltern des Inklusionslaufes“, so das Bekenntnis von Michael Müller.

„Für mich war es ein ganz toller Lauf. Ich habe hier für meinen Weltrekordlauf in Frankfurt sehr viel trainiert“, sagt die Weltrekordhalterin im Blindenmarathon der Frauen, Regina Vollbrecht. Sie ist seit ihrer Geburt vollblind und lief 1999 erstmals Langstrecke. 2010 stellte Vollbrecht eine neue Weltbestzeit auf. Auf Grund der eigenen Erfahrung, die sie mit der Blindheit machte, hat sie die Einstellung entwickelt, andere Menschen zu unterstützen. Auch deshalb nahm die Sportlerin bereits am Inklusionslauf teil. Die breite Unterstützung ist einer der Gründe, warum die Beliebtheit des Sportereignisses aus Sicht des SoVD wächst. Der Veranstalter hat sich daher dazu entschlossen, 2015 erneut auf dem Tempelhofer Feld zu starten. Rund 300 behinderte und nichtbehinderte Sportler gingen dort bereits im Jahr zuvor auf die Startposition. Jetzt rechnen die Organisatoren mit weit über 700 Läuferinnen und Läufern.

Die Veranstaltung richtet sich an Interessierte und Aktive aus Verbänden und Initiativen des Behindertensports.

Anmeldung zum Inklusionslauf: http://www.inklusionslauf.de/

§ 5 km-Lauf Start: 13:15 Uhr
Kostenbeitrag: 15 € je Starter
keine Altersbeschränkung

§ 10 km-Lauf Start: 13:15 Uhr
Kostenbeitrag: 15 € je Starter
keine Altersbeschränkung

§ Bambinilauf 400 m Start: 12:00 Uhr
Kostenbeitrag: 3 € je Starter
(ab Jahrgang 2005)

§ Staffellauf 4 x 400 m Start: 12:30 Uhr
Kostenbeitrag: 7,50 € je Starter
(keine Altersbeschränkung)

Twitter: twitter.com/inklusionslauf

Facebook: www.facebook.com/inklusionslauf

Familienangehörige von Schizophreniepatienten und -patientinnen

Fast drei Viertel der Angehörigen von Schizophreniepatienten/innen in Deutschland sind hauptsächlich oder alleine für deren Betreuung zuständig und dadurch einer enormen emotionalen, physischen und auch finanziellen Belastung ausgesetzt. Das geht aus den ersten Ergebnissen einer großen internationalen Studie hervor, die von der European Federation of Associations of Families of People with Mental Illness (EUFAMI) in Zusammenarbeit mit der Universität Leuven/Belgien durchgeführt wird. Im Rahmen einer Pressekonferenz zum World Mental Health Day, der dieses Jahr am 10. Oktober stattfindet und das „Leben mit Schizophrenie“ zum Thema hat, stellt die deutsche EUFAMI-Repräsentantin Janine Berg-Peer fest: „Viele der betreuenden Angehörigen sind oft jahrelang nicht in der Lage, eine Auszeit zu nehmen und erreichen häufig ihre persönliche Belastungsgrenze.“

Die ersten Forschungsergebnisse des noch andauernden „EUFAMI Carers‘ Survey“ liegen jetzt vor und basieren auf Befragungen in Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Großbritannien, Australien und Kanada. Die Studie wurde von EUFAMI in Zusammenarbeit mit der interdisziplinären Forschungsstelle LUCAS der belgischen Universität Leuven durchgeführt und ausgewertet. Aus Deutschland liegen die Ergebnisse von 60 befragten Angehörigen von Schizophreniepatienten/innen vor. „Die aktuellen Studienergebnisse offenbaren nicht nur den unglaublichen Einsatz, den die Betreuer schizophrener Patienten/innen zeigen. Sie verdeutlichen uns auch, wie belastend die Pflege für das Leben der Angehörigen ist“, erklärte Hilde Lauwers, Forschungskoordinatorin am Zentrum für Versorgungsforschung und Beratung (LUCAS) an der belgischen Universität Leuven, in Berlin.*

Sorgen um die eigene Zukunft – und um die der erkrankten Angehörigen

Angehörige kümmern sich durchschnittlich 19 Stunden (Deutschland) bzw. 23 Stunden pro Woche (international) um ein Familienmitglied mit Schizophrenie – das entspricht einem Teilzeitjob. Im Schnitt üben sie diese Funktion bereits seit 16 Jahren aus und müssen dies sehr wahrscheinlich für den Rest ihres Lebens weiterhin tun, da die Schizophrenie-Erkrankung meist lebenslang ist und ohne viel Spielraum für Atempausen verläuft. Da meist die eigenen Kinder betreut werden (Deutschland: 87%, international: 84%), sind viele Studienteilnehmer/innen tief besorgt darüber, wie es weitergehen soll, wenn sie sich selbst nicht mehr kümmern können. Hinzu kommen die finanziellen Belastungen durch die Betreuungsaufgabe.

Mehr Unterstützung durch Fachpersonal erwünscht

Der Ländervergleich zeigte, dass Angehörige in Deutschland insgesamt unzufriedener mit der professionellen Unterstützung durch Ärzte und Pflegepersonal sind, dafür aber zufriedener mit Patienten- und Angehörigen-Verbänden als die Gesamtheit der Befragten. „Das Fachpersonal im Gesundheitswesen sollte stärker dafür sensibilisiert werden, die Funktion und Leistung von Angehörigen anzuerkennen. Optimal wäre es, wenn sie die Familienmitglieder als Partner/innen sehen und mit ihnen zusammenarbeiten würden, um langfristig bessere Ergebnisse für die Patienten/innen zu erzielen“, betonte Berg-Peer.

Sie wies in ihrem Fazit zum World Mental Health Day 2014 auf die Dimension des Betreuungsaufwands hin: „In der EU kümmern sich täglich schätzungsweise zehn Millionen Menschen um ihre schwer psychisch erkrankten Angehörigen. Sie sind engagiert und durch die familiäre Nähe zum/zur Patienten/in in hohem Maße emotional selbst betroffen.“ Die Arbeitskraft all dieser Menschen sei ein Rettungsanker für die Gesellschaft. „Wir müssen sicherstellen, dass ihr Beitrag anerkannt wird, sie geschützt und unterstützt werden und dass ihre Stimmen gehört werden.“

Quelle
*Pressekonferenz EUFAMI Carers‘ Survey, 09. Oktober 2014, Berlin

Diskussionen über die aktuelle Studie und den World Mental Health Day können Sie auf der Facebook-Seite der EUFAMI verfolgen: https://www.facebook.com/pages/EUFAMI/127281550633653

Das Mitmachbuch: „Besonders normal – Wie Inklusion gelebt werden kann“

Laut UN-Behindertenrechtskonvention soll allen Menschen die Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen garantiert sein. Ein
gemeinsames System zu schaffen, das niemanden ausgrenzt, ist der Grundgedanke der Inklusion. Doch wie kann diese in der Praxis gelingen? Darüber wird zur Zeit in Deutschland heftig debattiert. Minka Wolters hat viele Betroffene aus allen Lebensbereichen in ihrem Alltag begleitet, Experten befragt, und sie dokumentiert, mit welchen psychischen und physischen Belastungen, bürokratischem Aufwand, aber auch mit wieviel Engagement aller Beteiligten dieser gelebt wird. Inklusion gelingt in den Bereichen am besten, wo es noch keinen Leistungsdruck gibt, wie zum Beispiel in den Kitas. Doch wie können Schulen unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder mit ganz verschiedenen Handicaps Rechnung tragen? Wie können Leistungen unterschiedlich bewertet werden? Sollen Förderschulen gänzlich aufgelöst werden und in die Regelschule eingehen? Lehrern und Erziehern fehlt es oft an Erfahrung und Lernbereitschaft, sie sind aber auch bei vielen Problemen überfordert, vermissen eindeutige Strukturen, professionelle Begleitung und einen angemessenen Personalschlüssel.
Auch Unternehmer klagen oft über fehlende Unterstützung seitens der zuständigen Ämter, und so kaufen sich 38.000 der 135.000 Betriebe in Deutschland, die Behinderte ausbilden könnten, lieber frei. Im Freizeitbereich kommt ein Großteil der Angebote durch den Einsatz und die Beharrlichkeit Einzelner zustande – und nicht, weil von den politisch Verantwortlichen ein entsprechendes Umfeld geschaffen wurde.
Minka Wolters informiert über viele erfolgreiche Initiativen und zeigt eindrücklich, wie Inklusion oft schon mit wenig Aufwand
gelingen kann. Es zeigt aber auch, dass ein grundsätzliches Umdenken in der Gesellschaft erforderlich ist, wenn die UN-Maßstäbe auch in Deutschland wirksam werden sollen.

Die vollständigen Angaben zum Buch:

Minka Wolters
Besonders normal – Wie Inklusion gelebt werden kann
ISBN: 978-3-86153-794-6
Ch. Links Verlag, Berlin
224 Seiten; 16,90 Euro

Link zum Buch: www.christoph-links-verlag.de/index.cfm?inhalt=detail&nav_id=1&titel_id=794

Das Buch ist ab sofort im Buchhandel und auch online erhältlich.

„Inklusion ist mehr als eine Rampe für Rollstuhlfahrer“

Seit heute ist die neue Inklusionslandkarte der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen online. Die Beauftragte, Verena Bentele, verkündete gemeinsam mit der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, den Start der Karte auf www.inklusionslandkarte.de. Auf der Landkarte können Nutzerinnen und Nutzer Institutionen, Organisationen oder Projekte eintragen, die ihrer Meinung nach inklusiv sind. Eingetragene Projekte können bewertet und kommentiert werden.

„Inklusion geht uns alle an, sie betrifft Menschen mit und ohne Behinderung. Sie betrifft alle Bereiche des gesellschaftlichen Zusammenlebens und muss selbstverständlich für alle Themen mitgedacht werden. Inklusion ist wesentlich mehr, als nur eine Rampe für Rollstuhlfahrer vor die Tür zu stellen“, so Bentele. Es gehe beispielsweise auch um den barrierefreien Zugang zu Informationen, um die politische Teilhabe zu verbessern – durch einfache Sprache in Politik und Verwaltung. „Es gibt Hunderte Bereiche, in denen Inklusion und Teilhabe vorangetrieben werden müssen. Es gibt aber auch schon viele Beispiele, die einen guten Weg anzeigen. Das kann einfach nur das Café nebenan sein oder der Sportverein, der selbstverständlich Sport für Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam anbietet. All dies kann jetzt auf der Landkarte eingetragen und diskutiert werden. Jede Meinung ist gefragt“, erläutert Bentele.

„Wir wollen die UN-Behindertenrechtskonvention in allen Lebensbereichen umsetzen. Dabei hilft es, wenn wir die häufig sehr abstrakt klingenden Begriffe „Inklusion“ und „Teilhabe“ mit Leben füllen. Dafür ist die Inklusionslandkarte genau der richtige Ansatz. Es geht um Projekte des Alltags, um gelebte Inklusion und eine öffentliche Diskussion darüber“, sagte Nahles.

Der Start der Inklusionslandkarte wurde bei der heutigen Auftaktaktion symbolisch durch 999 Luftballons gezeigt, die die Beauftragte und die Bundesministerin gemeinsam in die Luft steigen ließen. Der Inklusionsgedanke soll sich vom Dienstsitz der Beauftragten ausgehend in ganz Deutschland verbreiten. Die Ballons enthalten außerdem Lose – wer einen der Ballons findet, kann sich mit der Losnummer bei der Beauftragten melden und bekommt eine Überraschung nach Hause geschickt.

Die Inklusionslandkarte und weitere Informationen dazu finden Sie unter: www.inklusionslandkarte.de.

Bildungsbericht setzt gute Impulse für Inklusion

Der am 13. Juni 2014 vorgestellte Bericht „Bildung in Deutschland 2014“ befasst sich in seinem Schwerpunkt mit dem Thema „Menschen mit Behinderungen im Bildungssystem“. Der von Bund und Ländern gemeinsam in Auftrag gegebene Bericht legt eine empirische Bestandsaufnahme zum Bildungswesen in Deutschland vor.
Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele, begrüßte insbesondere die Befassung mit dem wichtigen Thema Inklusion: „Die Bedeutung der schulischen Inklusion für das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung ist inzwischen allseits anerkannt. Es muss jetzt darum gehen, die Grundlagen für das Gelingen von Inklusion im Bildungswesen zu verbessern“. Dabei müsse Inklusion in allen Bundesländern den gleichen Stellenwert haben und überall nachhaltig verfolgt werden, hob die Behindertenbeauftragte hervor. Zu begrüßen sei, dass in Zukunft alle angehenden Lehrkräfte Basismodule zum Thema Inklusion belegen werden. Verena Bentele betonte: „Die Aus- und Weiterbildung des pädagogischen Personals ist zentral für das Gelingen der schulischen Inklusion. Denn nur durch eine fundierte Ausbildung hat jede Lehrerin und jeder Lehrer den erforderlichen Zugang zur Inklusion.“

Graf Fidi – Der beste Rollstuhlrapper – Konzert am 18. Juni im Kleisthaus

Am Abend des 18. Juni wird Graf Fidi – Der beste Rollstuhlrapper im Kulturprogramm der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Verena Bentele, ein Konzert geben. Bereits kürzlich beim Jahresempfang der Beauftragten am 5. Mai begeisterte der Musiker die anwesenden Gäste, darunter auch Bundesministerin Andrea Nahles.

Graf Fidi ist jedoch nicht nur als Musiker aktiv, er engagiert sich auch für inklusive Bildung und Barrierefreiheit. Das im Anschluss an das Konzert stattfindende Gespräch mit Raúl Krauthausen (Sozialhelden e.V.) gibt Gelegenheit, mehr über Musik und außermusikalisches Engagement des Rappers zu erfahren.

Seit 2001 ist das Kleisthaus der Amtssitz der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Zugleich dient es als Veranstaltungs- und Besucherzentrum, in dem regelmäßig Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Filmvorführungen und Podiumsdiskussionen stattfinden. Mit seinem Kulturprogramm trägt das Kleisthaus entscheidend zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung bei. Im Rahmen der Veranstaltungen werden aktuelle Impulse aus der Gesellschaft thematisiert, die besonders für Menschen mit Behinderung von Belang sind. Dadurch soll zu einer veränderten Wahrnehmung von behinderten Menschen beigetragen werden, um sie als selbstverständlichen Teil unserer Gemeinschaft zu verstehen. Die Veranstaltungen im Kleisthaus sind für Jeden und Jede bei freiem Eintritt zugänglich.

Konzert im Kleisthaus: Graf Fidi
Der beste Rollstuhlrapper
Feat. Boga One und Benson Zwoe

Mittwoch, 18. Juni 2014, 19 Uhr
Im Anschluss an das Konzert Gespräch mit Raúl Krauthausen (Sozialhelden e.V.)

VdK fordert Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen gesellschaftlichen Bereichen

Menschen mit Behinderung stehen leider oft im gesellschaftlichen Abseits. Nach wie vor gibt es zu viele Barrieren, die ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verhindern. Das gilt für viele öffentlich zugänglichen Bereiche und Betriebe, wie zum Beispiel Bahnhöfe, Züge, Krankenhäuser, Arztpraxen und im Wohnungsbau. Von einer inklusiven Gesellschaft sind wir daher noch weit entfernt“, erklärt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai.

Mascher appelliert an die Bundesregierung, das im Koalitionsvertrag formulierte Ziel einer inklusiven Gesellschaft durch verschiedene Maßnahmen endlich anzugehen. „Es klingt gut, wenn von einer Weiterentwicklung des Nationalen Aktionsplans, von mehr Barrierefreiheit und Inklusion sowie einer stärkeren Beteiligung von Menschen mit Behinderungen als Experten in eigener Sache gesprochen wird. Aber Menschen mit Behinderung brauchen endlich konkrete Maßnahmen, um die Inklusion in allen gesellschaftlichen Bereichen voranzubringen“, betont Mascher.

Vor allem von einer gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung am deutschen Arbeitsmarkt könne keine Rede sein. „Die aktuellen Arbeitslosenzahlen sprechen eine deutliche Sprache. Rund 183.000 schwerbehinderte Menschen sind ohne eine Beschäftigung. Trotz oft überdurchschnittlicher Qualifikation profitieren Schwerbehinderte kaum vom Job-Boom“, so Mascher. Die VdK-Präsidentin fordert mehr Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung. Arbeitgeber, die sich der Beschäftigungspflicht für Schwerbehinderte komplett entziehen, sollen eine erhöhte Ausgleichsabgabe zahlen.

„Behinderung darf niemanden ausgrenzen. Inklusion muss in Schule, Beruf und Alltag gelebt werden“, fordert Mascher.

Europawahl 2014: Hinweise für blinde und sehbehinderte Wahlberechtigte und zum barrierefreien Wählen

Bei der Europawahl 2014 können blinde und sehbehinderte
Wahlberechtigte
ihre Stimme mit Hilfe von Stimmzettelschablonen eigenständig
und ohne Hilfe einer Vertrauensperson abgeben. Wie der Bundeswahlleiter
mitteilt, werden die Stimmzettelschablonen kostenlos von den Landesvereinen
des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e.V. (DBSV) ausgegeben.

Stimmzettelschablonen werden bundesweit seit der Bundestagswahl 2002 und der
Europawahl 2004 angeboten. Die Kosten für die Herstellung der Schablonen
werden den Blindenvereinen durch die Bundesregierung erstattet.

Zur Orientierung sind alle Stimmzettel einheitlich in der rechten oberen
Ecke gelocht oder gestanzt, an der Stimmzettelschablone ist dazu passend die
rechte obere Ecke abgeschnitten. Mit jeder Schablone werden
Begleitinformationen zum Aufbau der Schablone und zum Stimmzettel
ausgegeben, je nach Landesverband in Punktschrift, als Audio-CD, im
DAISY-Format oder in Großdruck. So können blinde und sehbehinderte
Wählerinnen und Wähler am Wahltag in der Wahlkabine oder vorher per
Briefwahl selbstständig ihren Stimmzettel ausfüllen. Wer im Wahllokal wählt,
sollte allerdings die Wahlschablone wieder mit nach Hause nehmen, damit das
Wahlgeheimnis gewahrt bleibt. Auf dem Stimmzettel selbst ist kein
Unterschied festzustellen.

Wer mit einer Stimmzettelschablone wählen möchte, kann diese – auch ohne
Mitglied in einem Blindenverein zu sein – anfordern
* über die bundesweite Hotline des DBSV unter 01805 / 66 64 56 (0,14
Euro/Minute aus dem deutschen Festnetz), die automatisch die Verbindung zum
zuständigen Landesverband herstellt oder
* direkt bei den Landesvereinen des DBSV, die aus der Liste am Ende dieser
Pressemitteilung ersichtlich sind.

Für Wahlberechtigte mit Mobilitätseinschränkungen ist der barrierefreie
Zugang zum Wahlraum besonders wichtig. Auf der Wahlbenachrichtigung wird
darüber informiert, ob der Wahlraum barrierefrei zugänglich ist und wo
Informationen über barrierefreie Wahlräume und Hilfsmittel erhältlich sind.
Ist der Wahlraum nicht barrierefrei zugänglich, kann ein Wahlschein
beantragt werden und damit in einem anderen, barrierefrei zugänglichen
Wahlraum in Kreis oder in der kreisfreien Stadt, in dem der Wahlschein
ausgestellt ist, gewählt werden. Selbstverständlich besteht auch die
Möglichkeit per Briefwahl zu wählen. Beim Antrag auf Briefwahl muss kein
Grund angegeben werden, warum das Wahllokal am Wahltag nicht aufgesucht
werden kann. Weitere Informationen können dem Wahlschein und dem Merkblatt
zur Briefwahl, das den Briefwahlunterlagen beigefügt ist, entnommen werden.

Wer nicht oder nicht ausreichend lesen kann oder wegen einer körperlichen
Beeinträchtigung daran gehindert ist, selbst den Stimmzettel zu
kennzeichnen, zu falten oder in die Wahlurne zu werfen, kann sich im
Wahllokal oder bei der Briefwahl durch eine andere Person unterstützen
lassen. Die Hilfsperson kann frei bestimmt werden, beispielsweise auch aus
den Mitgliedern des Wahlvorstandes. Soweit für die Hilfeleistung
erforderlich, darf sie gemeinsam mit dem Wähler oder der Wählerin die
Wahlkabine aufsuchen. Die Hilfsperson darf aber nur die Wünsche des Wählers
oder der Wählerin erfüllen und ist verpflichtet, ihre dadurch erlangten
Kenntnisse von der Wahl des anderen geheimzuhalten.

Folgende Landesverbände des DBSV stellen für blinde und sehbehinderte
Wahlberechtigte auf Anforderung kostenlos Stimmzettelschablonen zur
Verfügung:

Baden-Württemberg
Badischer Blinden- und Sehbehindertenverein V.m.K. in Mannheim,
Telefon: 06 21 / 40 20 31
Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e. V. in Freiburg,
Telefon: 07 61 / 3 61 22
Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg e. V. in Stuttgart,
Telefon: 07 11 / 2 10 60-0

Bayern
Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e. V. in München,
Telefon: 0 89 / 5 59 88-0

Berlin
Allgemeiner Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin gegr. 1874 e. V.,
Telefon: 0 30 / 8 95 88-0

Brandenburg
Blinden- und Sehbehinderten-Verband Brandenburg e. V. in Cottbus,
Telefon: 03 55 / 2 25 49

Bremen
Blinden- und Sehbehindertenverein Bremen e. V.,
Telefon: 04 21 / 24 40 16-10

Hamburg
Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e. V.,
Telefon: 0 40 / 20 94 04-0

Hessen
Blinden- und Sehbehindertenbund in Hessen e. V. in Frankfurt/Main,
Telefon: 0 69 / 150 59 66

Mecklenburg-Vorpommern
Blinden- und Sehbehindertenverein Mecklenburg-Vorpommern e. V. in Rostock,
Telefon: 03 81 / 77 89 8

Niedersachsen
Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e. V. in Hannover,
Telefon: 05 11 / 5 10 4

Nordrhein-Westfalen
Lippischer Blinden- und Sehbehindertenverein e. V. in Detmold,
Telefon: 0 52 31 / 63 00-0
Blinden- und Sehbehindertenverband Nordrhein e. V. in Meerbusch,
Telefon: 0 21 59 / 96 55-0
Blinden- und Sehbehindertenverein Westfalen e. V. in Dortmund,
Telefon: 02 31 / 55 75 90-0

Rheinland-Pfalz
Landesblinden- und Sehbehindertenverband Rheinland-Pfalz e. V. in Mainz,
Telefon: 0 61 31 / 6 93 97 36

Saarland
Blinden- und Sehbehindertenverein für das Saarland e. V. in Saarbrücken,
Telefon: 06 81 / 81 81 81
Sachsen
Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen e. V. in Dresden,
Telefon: 03 51 / 8 09 06 11

Sachsen-Anhalt
Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen-Anhalt e. V. in Magdeburg,
Telefon: 03 91 / 2 89 62 39

Schleswig-Holstein
Blinden- und Sehbehindertenverein Schleswig-Holstein e. V. in Lübeck,
Telefon: 04 51 / 40 85 08-0

Thüringen
Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen e. V. in Weimar,
Telefon: 0 36 43 / 74 29 07

Weitere Auskünfte gibt:
Büro des Bundeswahlleiters
Telefon: (0611) 75-4863
http://www.bundeswahlleiter.de/de/kontakt/index.html