„Demenzerkrankte sollen so lange wie möglich selbstbestimmt leben können.“

Menschen mit einer Demenz und ihre Angehörigen erfahren oft viel zu spät von Unterstützungsangeboten in ihrer Nähe. Meist sind pflegende Angehörige dann bereits von der teils jahrelangen Betreuung der erkrankten Person erschöpft und ein Umzug der Erkrankten ins Pflegeheim scheint unausweichlich. Dass die Kosten für wirksame Hilfen von der Pflegekasse übernommen werden können, ist vielen Betroffenen nicht bekannt. Mit dem Projekt FIDEM (Frühe Informationen und Hilfen bei Demenz) will die Landesregierung diese Informationslücke schließen.

„An Demenz Erkrankte sollen so gut und so lange wie möglich so leben können, wie sie es sich wünschen. Mir ist es deshalb wichtig, dass Betroffene und deren Angehörige frühzeitig über die Leistungen der Pflegekassen informiert sind. So können Erkrankte besser versorgt, Angehörige entlastet und der Umzug in ein Pflegeheim unter Umständen gar nicht erst notwendig werden“, sagt Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt.

Gemeinsam mit den gesetzlichen Pflegekassen in Niedersachsen und der Privaten Krankenversicherung hat das Niedersächsische Sozialministerium in der Modellphase des Projekts FIDEM erforscht, wie sich Informationen und Hilfen bei Demenz etablieren lassen, damit betroffene Menschen und ihre Angehörigen entsprechende Hilfen frühzeitig erhalten. In den drei Landkreisen Osterode am Harz, Grafschaft Bentheim und Lüneburg wurde das Konzept erfolgreich erprobt. Die dortigen Senioren- und Pflegestützpunkte haben FIDEM in den jeweiligen Regionen koordiniert. Das Konzept kann jetzt, vorbehaltlich der finanziellen Unterstützung durch die Pflegekassen und die Kommunen, auch von allen anderen niedersächsischen Landkreisen und Städten übernommen werden.

Dreh- und Angelpunkt des Projekts ist die Hausarztpraxis. Dort werden die Krankheitssymptome erkannt und diagnostiziert. Demenzpatientinnen und -patienten werden dann im Rahmen der Beratungsangebote der Pflegekassen, der Kommune oder alternativ von Betreuungs- und Entlastungsangeboten oder Selbsthilfegruppen über die bestehenden Hilfsmöglichkeiten informiert. Sie können gemeinsam mit ihren Angehörigen das für sie passende Angebot wählen. Daraufhin informieren die Ärztin oder der Arzt mit dem Einverständnis der Betroffenen die jeweilige Einrichtung, die anschließend mit den Betroffenen Kontakt aufnimmt.

Weitere Informationen über FIDEM finden Sie unter: http://www.gesundheitsinfo-niedersachsen.de/index.php/arbeitsschwerpunkte-lvg/innovation-in-der-gesundheitsversorgung/526-modellprojekt-fidem-2