Internationale Tourismusfachleute auf barrierefreier Exkursionsreise in Ostfriesland

Tourismusfachleute aus aller Welt ließen sich am vergangenen Wochenende die Highlights im barrierefreien Tourismus in Ostfriesland zeigen. Im Rahmen der Pre-Convention-Tour zum barrierefreien Tourismus, die von der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) ausgerichtet wurde, präsentierten die Ostfriesland Tourismus GmbH (OTG), der Park der Gärten in Bad Zwischenahn und das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum in Wilhelmshaven die Reiseregion Ostfriesland als barrierefreies Urlaubsziel. Die Exkursionsgruppe, bestehend aus Journalisten, Bloggern und Reiseveranstaltern aus Europa und Übersee, zum Teil selbst Rollstuhlfahrer, war beeindruckt von dem Engagement der Region und der Vielfalt der barrierefreien Erlebnisse.

Das zweitägige Exkursionsprogramm startete am Freitag im Park der Gärten in Bad Zwischenahn. In einer Führung wurden neben den verschiedenen Themengärten des Parks die barrierefreien Angebote wie der Blindenbrunnen, die Duftarena und die Duftorgel präsentiert. Auch neue Attraktionen wie der Aussichtsturm, der über eine Rampe auch Rollstuhlfahrern zugänglich ist, und neue Spielflächen mit Mehrgenerationenspielgerät kamen gut bei den Besuchern an. Der Samstag stand ganz im Zeichen des Wattenmeeres. Roger Staves, Leiter der Bildungsarbeit im UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum in Wilhelmshaven, führte die Gäste durch die barrierefreie Ausstellung und vermittelte interessante Informationen zum Naturraum Wattenmeer mit seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. Darüber hinaus hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, eine Testfahrt mit einem Wattmobil zu machen. Die von der Firma GPS aus Wilhelmshaven hergestellten Mobile ermöglichen durch ihre breiten, mit Luft gefüllten Rädern auch Menschen mit Geheinschränkungen die Teilnahme an einer Wattwanderung. Im Anschluss fuhren die Teilnehmer der Pre-Convention-Tour nach Bremen, wo sie auf dem Germany Travel Mart empfangen wurden.

Die von der DZT ausgerichteten Pre-Convention-Touren finden im Vorfeld des Germany Travel Marts, Deutschland größtem Incoming-Workshop für das Reiseland Deutschland, statt. Die Touren stellen unterschiedliche Themen in den Mittelpunkt und bringen so internationalen Tourismusfachleuten die Angebotsvielfalt des Reiselands Deutschland näher. Nach guter Tradition präsentiert sich auf der Pre-Convention-Tour zum barrierefreien Tourismus auch eine Mitgliedsregion der AG „Barrierefreie Reiseziele in Deutschland“. So wurde in diesem Jahr neben Hannover und Münster die Ostfriesische Halbinsel bereist. 2014 findet der Germany Travel Mart vom 11.-13. Mai in Bremen statt.

Rentenpaket darf Schwerbehinderte Menschen nicht benachteiligen

„Die geplanten Leistungsverbesserungen bei der Rente sind überfällig. Denn von einer ausgewogenen Balance in der Alterssicherung kann schon lange keine Rede mehr sein.“ Das sagte SoVD-Präsident Adolf Bauer heute anlässlich der Beratungen zum Rentenpaket. Der Sozialverband veröffentlichte im Rahmen einer öffentlichen Anhörung des Deutschen Bundestages eine umfassende Stellungnahme zu dem Gesetzesvorhaben. „Während das Beitragsziel deutlich übererfüllt und der Bundeszuschuss zur Rentenversicherung immer wieder gekürzt wurde, mussten Rentnerinnen und Rentner einen massiven Wertverfall ihrer Renten erleben“, heißt es in der Stellungnahme. Der SoVD fordert verbesserte Rentenleistungen, die über die im Gesetz geplanten hinausgehen. Aus Sicht des Sozialverbandes müssen die Leistungen den Lebensstandard im Alter absichern. Mit Blick auf die angekündigte abschlagsfreie Rente mit 63 erklärte Verbandspräsident Adolf Bauer: „Bleibt es beim ursprünglichen Entwurf, dann bleibt der weit überwiegende Teil der Versicherten außen vor. Insbesondere schwerbehinderte Menschen, deren abschlagsfreier Renteneintritt unverändert von 63 auf 65 Jahre angehoben wird, sind betroffen. Anstatt falsche Hoffnungen zu wecken, muss die Bundesregierung hier nachbessern.“

TV-Clip: Armutsrisiko Erwerbminderung
http://www.youtube.com/watch?v=Ijh7OkAvvw0&list=PLFE0D14D59B013C0E&index=21

TV-Clip: Vorschläge für ein verbessertes Rentenniveau
http://www.youtube.com/watch?v=BdNJRMLH-xc&list=PLFE0D14D59B013C0E&index=5

Behindertenbeauftragte zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Verena Bentele fordert zum diesjährigen Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung die konsequente Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Und das beinhalte auch das Recht auf politische Teilhabe. „Auch Menschen, die unter gerichtlicher Totalbetreuung stehen, haben das uneingeschränkte Recht, sich aktiv und passiv an Wahlen gleichberechtigt zu beteiligen“, so die Behindertenbeauftragte auf der Veranstaltung zum Europäischen Protesttag vor dem Bundeskanzleramt. In europäischen Nachbarstaaten, wie Österreich, Spanien, Frankreich, Großbritannien und anderen, gilt bereits ein uneingeschränktes Wahlrecht, da darf Deutschland nicht nachstehen.
Menschen mit Behinderung müssten außerdem unabhängig von ihrem Vermögen und Einkommen ein Anrecht auf Assistenzleistungen haben, erklärt die Beauftragte. Laut der Beauftragten könne es nicht sein, dass ein Mensch mit Behinderung nicht mehr als 2.600 Euro ansparen darf. Bentele spricht sich für einen kompletten Wegfall der Einkommens- und Vermögensgrenze aus. Auch Menschen mit Behinderung haben das Recht, für die Ausbildung ihrer Kinder oder ein Auto zu sparen. Daneben muss ein umfassender Anspruch auf Assistenzleistungen gewährt werden vom Kindergarten bis zur Assistenz von Eltern mit Behinderung.
Verena Benteles Statement zum Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ist klar: „Ich möchte eine inklusive Gesellschaft befördern, in der Unterstützungsleistungen sich daran orientieren, die Menschen zusammenzubringen. Das heißt, das Prinzip Inklusion soll handlungsleitend sein.“ Nur so könne laut Verena Bentele ein gleichberechtigtes Leben realisiert werden.

VdK fordert Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen gesellschaftlichen Bereichen

Menschen mit Behinderung stehen leider oft im gesellschaftlichen Abseits. Nach wie vor gibt es zu viele Barrieren, die ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verhindern. Das gilt für viele öffentlich zugänglichen Bereiche und Betriebe, wie zum Beispiel Bahnhöfe, Züge, Krankenhäuser, Arztpraxen und im Wohnungsbau. Von einer inklusiven Gesellschaft sind wir daher noch weit entfernt“, erklärt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai.

Mascher appelliert an die Bundesregierung, das im Koalitionsvertrag formulierte Ziel einer inklusiven Gesellschaft durch verschiedene Maßnahmen endlich anzugehen. „Es klingt gut, wenn von einer Weiterentwicklung des Nationalen Aktionsplans, von mehr Barrierefreiheit und Inklusion sowie einer stärkeren Beteiligung von Menschen mit Behinderungen als Experten in eigener Sache gesprochen wird. Aber Menschen mit Behinderung brauchen endlich konkrete Maßnahmen, um die Inklusion in allen gesellschaftlichen Bereichen voranzubringen“, betont Mascher.

Vor allem von einer gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung am deutschen Arbeitsmarkt könne keine Rede sein. „Die aktuellen Arbeitslosenzahlen sprechen eine deutliche Sprache. Rund 183.000 schwerbehinderte Menschen sind ohne eine Beschäftigung. Trotz oft überdurchschnittlicher Qualifikation profitieren Schwerbehinderte kaum vom Job-Boom“, so Mascher. Die VdK-Präsidentin fordert mehr Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung. Arbeitgeber, die sich der Beschäftigungspflicht für Schwerbehinderte komplett entziehen, sollen eine erhöhte Ausgleichsabgabe zahlen.

„Behinderung darf niemanden ausgrenzen. Inklusion muss in Schule, Beruf und Alltag gelebt werden“, fordert Mascher.

Behinderte Menschen fordern Mitsprache: Bundesteilhabegesetz mit Betroffenen beraten

Der Deutsche Behindertenrat (DBR) fordert eine umfassende Gesetzesreform für die Teilhabe behinderter Menschen. „Die jahrelange Diskussion über ein neues Bundesteilhabegesetz, das die bisherige Eingliederungshilfe ersetzen soll, muss bald zu Ergebnissen führen. Ziel muss es sein, eine volle und wirksame Teilhabe aller Menschen mit Behinderungen zu gewährleisten.“ Das erklärte der SoVD-Präsident und DBR-Sprecher, Adolf Bauer, am Freitag anlässlich des Europäischen Protesttages für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai. Als „unverzichtbar“ bezeichnete Bauer die Beteiligung der Behindertenverbände an der Reform. „Menschen mit Behinderungen sind aktiv einzubeziehen, wenn es darum geht, das Bundesteilhabegesetz zu entwickeln und umzusetzen. So will es die UN-Behindertenrechtskonvention, die Deutschland vor fünf Jahren ratifiziert hat“, betonte Bauer.

Aus Sicht des DBR müssen die Vorgaben der Behindertenrechtskonvention in deutsches Leistungsrecht überführt werden. Das Aktionsbündnis der deutschen Behindertenverbände schlägt vor, das Neunte Sozialgesetzbuch entsprechend zu ergänzen. „Insbesondere die Leistungen der Eingliederungshilfe aus dem Bereich der Fürsorge herauszulösen und im neuen Bundesteilhabegesetz zu verankern, ist unerlässlich. Denn bisher ist persönliche Assistenz oft nur dann möglich, wenn die Betroffenen auf ihr eigenes Einkommen und Vermögen verzichten. Menschen aufgrund ihrer Behinderung auf Sozialhilfeniveau zu verweisen, verletzt ihre Würde und stellt eine Menschenrechtsverletzung dar. Solche Diskriminierungen sind nicht länger hinnehmbar “, mahnte Bauer.

DBR-Positionspapier http://www.deutscherbehindertenrat.de/mime/00080381D1390567658.pdf