Paralympioniken nach Sotschi

Bei der Verabschiedung der Deutschen Paralympischen Mannschaft wünschen Deutschlands Apotheker den Sportlern alles Gute und viel Erfolg für die Paralympics, die vom 7. bis 16. März 2014 im russischen Sotschi stattfinden. In Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck erfolgte heute auf dem Münchner Flughafen die Staffelübergabe der aus Sotschi zurückkehrenden Mannschaft an ihre Teamkollegen vom Deutschen Behindertensportverband (DBS). Dessen Präsident Friedhelm Julius Beucher bedankte sich bei Mathias Arnold, Vizepräsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, für die heute wieder gezeigte Unterstützung. Vor Athleten, Betreuern und Fans präsentierten die Apotheker auf ihrem Informationsstand ein Modul, das zeigte, wie eine Biathlon-Schießanlage für blinde Menschen funktioniert. Der gemeinsame Stand von ABDA und DBS verdeutlicht seit langem das Engagement der Apotheker im Behindertensport.

Einmal mehr bekräftigt die Apothekerschaft damit ihr gesellschaftliches Engagement als Nationaler Förderer des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS). „Als Apotheker ist es mir eine große Ehre, die deutschen Paralympioniken nach Sotschi zu verabschieden“, sagte ABDA-Vizepräsident Arnold. „Im Namen der Apotheker sowie ihrer Kammern und Verbände wünsche ich unseren Wintersportlern alles Gute und viel Erfolg für Sotschi. Ich bin überzeugt davon, dass alle Frauen, Männer und Teams mit größter Motivation in die Wettkämpfe gehen werden, auch wenn nicht jedes Mal eine Medaille dabei erkämpft werden kann.“ Leistungs-, aber auch Reha-, Präventions- und Breitensport spiele im Leben vieler Menschen mit und ohne Behinderungen eine wichtige Rolle, um sich selbst herauszufordern und ein Hobby mit anderen Menschen zu teilen, sagte Arnold. Als Nationaler Förderer des DBS ist die Apothekerschaft schon seit 2008 ein wichtiger Multiplikator für den Behindertensport.

Weitere Informationen unter www.abda.de und www.dbs-npc.de

Behindertenbeauftragte diskutieren neues Teilhaberecht für Menschen mit Behinderungen

Das Bundesteilhabegesetz war Thema der ersten Veranstaltung der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Verena Bentele. Gemeinsam mit den drei Landesbehindertenbeauftragten Irmgard Badura aus Bayern, Norbert Killewald aus Nordrhein-Westfalen und Stephan Pöhler aus Sachsen hatte sie zu einer Fachkonferenz zum neuen Teilhaberecht ins Kleisthaus eingeladen.

Verena Bentele erklärte, das Bundesteilhabegesetz sei aktuell eines der wichtigsten Themen: „Das Bundesteilhabegesetz soll für Menschen mit Behinderungen gemacht werden, wichtig ist, dass im Entstehungsprozess Menschen mit Behinderung beteiligt werden. Jeder Mensch mit Behinderung soll selbst entscheiden, wie Unterstützung aussehen soll. Die Leistungen sollen aber nicht an Institutionen, sondern an Personen geknüpft sein.“

Die Bundesbeauftragte betonte, dass mit der Schaffung eines neuen Teilhaberechts der Wegfall der Einkommens- und Vermögensgrenze für Menschen mit Behinderungen verbunden sein muss.

Im Rahmen einer weiteren Fachtagung am selben Tag vereinbarten die Landesbehindertenbeauftragten, die Bundesbeauftragte und der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe (BAGüS), Matthias Münning, konkrete Schritte zur Begleitung des neuen Teilhaberechts:

Die Bundesbehindertenbeauftragte, die Landesbehindertenbeauftragten und die BAGüS richten eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur Begleitung des Umsetzungsprozesses ein.
Das neue Teilhaberecht soll im Rahmen des Sozialgesetzbuches IX geregelt und spätestens 2016 beschlossen werden.
Die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen bei der Hilfe zur Pflege und in der Pflegeversicherung wird angestrebt.
Menschen mit Behinderungen sollen künftig Beratung aus einer Hand bekommen.
Die Bundesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen begrüßte den neuen konstruktiven Diskussionsprozess mit der BAGüS.

„Menschen mit Behinderungen partizipieren noch immer nicht umfänglich an unseren Menschenrechten“

Der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen setzt sich seit Jahren mit anderen politisch aktiven Menschen mit Behinderungen für die Einhaltung und den Ausbau der Menschenrechte, wie beispielsweise Anspruch auf inklusive Bildung und allgemeine Zugänglichkeit, ein. Die jetzt vorgelegte Dokumentation der diesjährigen Jahresabschlussversammlung des Landesbeauftragten am 10.12.2013 macht deutlich, dass noch viel zu tun bleibt, um von einem durch gegenseitige Toleranz und Achtung geprägten selbstverständlichen Miteinander in allen Bereichen des täglichen Lebens zu sprechen.

Eckart Spoo, Hauptredner der Veranstaltung und Menschenrechtler seit Jahrzehnten, nennt als zentralen Kritikpunkt die Ausgrenzung vom allgemeinen Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen. „Von der Realisierung der Menschenrechte – 65 Jahre nach der Deklaration der Menschenrechte von der Generalversammlung der Vereinten Nationen in Paris – sind wir noch um Einiges entfernt“, betont Finke.

„Die nun vorliegende Broschüre soll insbesondere dazu anregen, die Gleichwertigkeit für Menschen mit Behinderungen in Leitungsfunktionen und in der Politik einzufordern“, so Finke. Die Broschüre „Menschenrechte heute“ wird vom Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen herausgegeben. Sie erscheint in der Schriftenreihe Band 48 und steht im Internet (www.behindertenbeauftragter-niedersachsen.de) unter der Rubrik Broschüren zum Download bereit.

Vierjähriges kanadisches Mädchen bittet König von Belgien inständig, neues Euthanasiegesetz seines Landes für Kinder zu verhindern

Während Belgien sich anschickt, als erstes Land der Welt ein Gesetz einzuführen, das Euthanasie von Kindern erlaubt, bittet Jessica Saba, 4, aus Lachine, Quebec, Kanada den König von Belgien, die Unterzeichnung des Gesetzes abzulehnen.

„Den Kindern zuliebe unterschreiben Sie bitte das Euthanasiegesetz nicht“, appelliert Jessica in einem am 2. Februar herausgegebenen Video [http://wp.me/p3DmFt-4Y ].

Jessica wurde im Mai 2009 im kanadischen Montreal mit einem schweren Herzfehler geboren: einer komplett blockierten Klappe und einer unterentwickelten Herzkammer. Ohne eine Reihe chirurgischer Eingriffe am Kinderkrankenhaus von Montreal hätte sie nur wenige Stunden oder Tage überlebt. Nach sechs Tagen war ihre Herzklappe frei und die unterentwickelte Kammer begann, sich zu formieren. Wäre Jessica in einem Land geboren, in dem pädiatrische Euthanasie zugelassen ist, wäre sie möglicherweise dafür in Frage gekommen und ihre Geschichte wäre eine andere als die in ihrem Video.

Jedes Jahr kommen Millionen Kinder mit schweren Geburtsfehlern auf die Welt. Wie Jessica kämen viele von ihnen für Euthanasie in Frage. Wird Euthanasie in Belgien zugelassen, könnte das leicht zum Anlass werden, dass sich pädiatrische Euthanasie weltweit ausbreitet. In Quebec bemüht sich die Regierung, ein eigenes Euthanasiegesetz zu verabschieden, das stark dem Gesetz ähnelt, das in Belgien vor etwa zehn Jahren eingeführt wurde. Die Menschenrechtskommission von Quebec empfiehlt die Ausweitung von Euthanasie auf Kinder.

Dr. Paul Saba, praktischer Arzt in Lachine, Quebec und Vater von Jessica, richtet ebenfalls einen persönlichen Appell an den König, das Gesetz zur Ausweitung von Euthanasie auf belgische Kinder nicht zu unterscheiben. Er merkt an, dass das ursprünglich für körperlich leidende Menschen vorgesehene belgische Euthanasiegesetz mittlerweile auf Menschen mit psychischen Leiden ausgedehnt wurde. Was mit Erwachsenen anfing, soll jetzt auch noch Kinder einbeziehen.

Er argumentiert, dass bei hochwertiger medizinischer Versorgung niemand leiden muss. Am Ende des Lebens kann eine gute palliative Pflege körperliches Leiden verhindern. Wenn jemand behauptet, dass Verwandte bei ihrem Ableben gelitten haben, dann war keine gute palliative Pflege im Spiel.

Jessicas Mutter Marisa, die mit den Problemen und Freuden von Jessica vertraut ist, warnt davor, dass ein pädiatrisches Euthanasiegesetz Eltern kranker oder behinderter Kindern veranlassen könnte, „zu schnell aufzugeben.“ Was Eltern und Kinder brauchen, ist Liebe und Unterstützung im Leben, nicht Euthanasie.

Jessicas ältere Schwester Eliana und ihr Bruder John-Anthony sprechen in dem Video ebenfalls über ihre Schwester.