Fit für die Paralympics

Das Bundesleistungszentrum des Deutschen Schützenbundes in Wiesbaden-Klarenthal war für 14 Tage Trainingsstätte für zwei Behindertenschützen der Bundeswehr, die sich unter der Leitung von Cheftrainer Rudi Krenn und Disziplintrainer Manfred Gohres auf die Weltmeisterschaften in Suhl vorbereiten, wo es die ersten Quotenplätze für die Paralympischen Spiele 2016 in Rio zu gewinnen gibt.

Tim Focken (29) und Maik Mutschke (28) hinterließen einen sehr guten Eindruck, so dass der Chefcoach äußerst zufrieden bilanzierte: „Beide haben gute Aussichten für die WM im Juli in Suhl und dann auch für die Teilnahme an den Paralympischen Spielen in Rio. Tim Focken schoss 600 Ringe auf ganze Ringe und 631,4 auf Zehntelwertung. Das ist ein Weltklasseresultat. Maik Mutschke hat 593 geschossen sowie 623,4, auch das ist sehr gut.“

Die beiden Schützen sind Teil eines Programms der Bundeswehr, mit dem Soldaten, die bei Auslandseinsätzen verwundet wurden, über den Sport wieder den Eintritt in einen normalen Alltag trotz Behinderung ermöglicht werden soll.

Hauptmann Jörg Dietrich von der Sportschule Warendorf dazu: „Die Absicht unseres ehemaligen Ministers Thomas de Maizière war, dass wir versuchen sollten, unsere einsatzgeschädigten Soldaten über den Sport und hier im Speziellen über das Sportschießen wieder in die Bundeswehr und darüber hinaus in die Gesellschaft zu integrieren. Wir wollen ihnen ein Ziel und eine Perspektive geben und ein Ziel könnte der Start bei den Paralympischen Spielen 2016 in Rio sein.“

Jörg Brokamp, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Schützenbundes, der die Delegation der Bundeswehr willkommen hieß, war von der Maßnahme sehr angetan: „Wir arbeiten mit den behinderten Sportlern schon seit langem sehr eng zusammen und sind im deutschen Sport sicherlich einer der Vorreiter beim Thema Inklusion. Dies zeigen die Integration von behinderten Schützen bei den Deutschen Meisterschaften und auch der ganz normale Start von Behindertenschützen in unseren Wettbewerben bis hin zur Bundesliga. In den kommenden Jahren wird sich diese Kooperation hoffentlich noch verstärken, wenn wir hier am Standort Wiesbaden unser neues barrierefreies Bundesleistungszentrum bauen, das dann natürlich gerne für nationale und internationale Trainings- und Lehrgangsmaßnahmen auch von Behindertenschützen genutzt werden kann. Wir begrüßen daher die Maßnahme der Bundeswehr nachhaltig und wollen dieses Projekt gerne unterstützen.“

Unter den Augen von Karlheinz Smieszek, dem Olympiasieger von 1976 in Montreal im Liegendschießen mit dem Gewehr, absolvierten die beiden Schützen Zehn um Zehn und Tim Focken weiß ganz genau, was er in zwei Jahren vor hat: „Mein Trefferbild hat sich zentriert, aber an Kleinigkeiten müssen wir noch arbeiten. Mein Ziel ist es, zunächst bei den Weltmeisterschaften ganz weit vorne zu sein und der Traum ist natürlich die Teilnahme an den Paralympischen Spielen in Rio.“

Verena Bentele neue Behindertenbeauftragte

Bundessozialministerin Andrea Nahles führt neue Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen in ihr Amt ein

Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, hat heute Vormittag die ehemalige Leistungssportlerin Verena Bentele in ihr Amt als neue Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen eingeführt.

Andrea Nahles: „Ich freue mich sehr, dass Verena Bentele meiner Bitte, dieses Amt zu übernehmen, entsprochen und so beherzt zugesagt hat. Von nun an macht eine Frau mit einer Behinderung in dieser Aufgabe Politik für Menschen mit Behinderungen. Das ist neu – und ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinschaftlich viele Verbesserungen im Leben von Menschen mit Beeinträchtigungen erreichen können.“

Verena Bentele: „Inklusion heißt für mich, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam eine Gesellschaft gestalten, in der jeder seinen Platz hat und gefördert wird. Dazu möchte ich in den nächsten Jahren mit meiner Erfahrung als blinde Frau beitragen. Ich möchte den Dialog zwischen der Regierung, Betroffenen und allen anderen Beteiligten fördern und die Barrieren im Kopf durch gegenseitiges Verstehen beseitigen.“

Die Behindertenbeauftragte wird vom Bundeskabinett jeweils für die Dauer einer Legislaturperiode bestellt. Nach § 15 BGG hat die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen die Aufgabe, darauf hinzuwirken, dass die Verantwortung des Bundes, für gleichwertige Lebensbedingungen für Menschen mit und ohne Behinderungen zu sorgen, in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens erfüllt wird.

Innerhalb der Bundesregierung nimmt die Beauftragte Einfluss auf politische Entscheidungen und begleitet aktiv die Gesetzgebung. Zur Wahrnehmung dieser Aufgabe beteiligen die Bundesministerien die Beauftragte bei allen Gesetzes-, Verordnungs- und sonstigen wichtigen Vorhaben, soweit sie Fragen der Integration von behinderten Menschen behandeln oder berühren. Im Falle negativer Folgen des geltenden Rechts setzt sie sich für Änderungen ein und wirkt bei neuen Vorhaben auf die Berücksichtigung der Belange behinderter Menschen hin.

Kreuzfahrten mit Handicap

Können Menschen mit einer Behinderung auf Kreuzfahrten gehen? Gangways an Bord, zwölf Decks, viele Treppen und Landausflüge mit Tender-Booten klingen nicht sehr einladend. Doch können Schiffsreisen für Menschen mit Behinderung sehr attraktiv sein, denn viele Reedereien haben sich darauf eingestellt und bieten barrierefreie Reisen an. Speziell für Menschen, die einen Rollstuhl benötigen, ist eine Kreuzfahrt eine Möglichkeit durch die Welt zu reisen, ohne das „Hotelzimmer“ verlassen zu müssen. Das führende deutsche Portal kreuzfahrten.de gibt einen Überblick zur behindertengerechten Ausstattung der größten Flotten auf dem Markt. Dort erhalten Interessierte auch Informationen zu allen Reedereien.

Für Menschen mit Behinderung ist es wichtig, welches Kreuzfahrtschiff ihren Bedürfnissen entspricht. Behindertengerechte Kabinen gibt es mittlerweile auf vielen Kreuzfahrtschiffen. Die Angebote an Bord lassen sich bis auf wenige Ausnahmen auch von Rollstuhlfahrern nutzen. Schwieriger wird es bei Ausflügen, denn nicht alle Häfen machen es Menschen im Rollstuhl leicht, an Land zu kommen. Etwa, weil das Ufer nur mit einem Tenderboot erreichbar ist.

Barrierefreie Kabine immer dabei

Die Vorteile einer Kreuzfahrt gegenüber Reisen an Land sind klar: Reisende mit Rollstuhl haben ihre barrierefreie Kabine immer dabei. Sie können viele Länder bereisen, ohne sich jedes Mal ein barrierefreies Hotel suchen zu müssen. Auf den Schiffen, so die Erfahrung vieler Rollstuhlfahrer, sind alle Bereiche zu erreichen.

Landausflüge mit Problemen

Bei Ausflugszielen hakt es manchmal: Liegt das Schiff im Hafen und ist über die Gangway zu verlassen, können Rollstuhlfahrer auf eigene Faust raus. Sind Tenderboote nötig, umGäste an Land zu bringen, können Rollstuhlfahrer das kaum nutzen. Zudem sind Reisebusse, die Ausflügler transportieren, selten mit einer Bühne für Rollstuhlfahrer ausgestattet. Rollstuhlgeeignete Transfers, so die Kritik vieler Handicap-Reisenden, sind sehr teuer.

Hilfsbereite Crews

Dafür loben viele Gäste mit Behinderung die Hilfsbereitschaft der Kreuzfahrt-Crews. „An Bord kommt man als Rollifahrer gut alleine zurecht“, berichtet eine Kundin von kreuzfahrten.de, Die Ausstattung der Schiffe mit behindertengerechten Kabinen loben viele Kunden. Dazu zählen unterfahrbare Waschbecken, WCs mit Bügelgriff und festmontierte Duschsitze.

kreuzfahrten.de gibt einen Überblick über die Ausstattung von zwölf Anbietern auf dem deutschen Kreuzfahrtmarkt. Generell empfehlen kreuzfahrten.de und die Reedereien bei Routen und Zielländern darauf zu achten, dass die Häfen nicht überall barrierefrei sind.

AIDA Cruises: Alle AIDA-Schiffe sind für Menschen mit Behinderung geeignet und verfügen über barrierefreie Kabinen. Die meisten Bars, Restaurants und Außendecks sind erreichbar, außer des FKK-Bereichs. Einschränkungen gibt es auch beim Pool-Zugang. Gäste mit individuellem Handicap erwartet beim Einsteigen ein spezieller Schalter. Auf jeder Reise lädt die Crew am ersten Tag zu einem „Barrierefrei-Treff“ ein, um Gäste zu Ausflügen und Landgängen zu beraten. Jedes Schiff verfügt über ein modern eingerichtetes Hospital mit Schiffsärzten und Krankenschwestern.

Carnival Cruise Lines: Alle 24 Schiffe der Flotte sind für Rollstuhlfahrer geeignet und bieten rollstuhlgerechte Kabinen. Die Schiffe bieten behindertengerechte Aufzüge mit erfühlbaren Armaturen für blinde Menschen. Die Wege und Zugänge auf dem Schiff sind breit. Für den Transport zwischen Hafen und Flughafen gibt es auf Bestellung einen hydraulischen Lifttransfer. Landausflüge sind nur möglich, wenn die Häfen zugänglich sind. Die Reederei bemüht sich um Ausflüge, die Behinderten entsprechen. Bei den Routen sind nicht alle Angebote für Rollstuhlfahrer geeignet, etwa wenn Tenderhäfen angefahren werden. Eine Krankenstation mit ärztlichem Personal ist an Bord, ausgebildete Begleittiere sind erlaubt.

Costa Kreuzfahrten: Alle 14 Costa-Schiffe sind behindertengerecht ausgestattet und verfügen über Kabinen, die zum Teil direkt am Lift liegen. Gäste mit Behinderung haben Vorrang beim Ein- und Ausschiffen. Manche Decks sind allerdings nur über eine Treppe erreichbar. Die Auswahl der Routen sieht Costa unabhängig von der körperlichen Gesundheit der Gäste. Die medizinischen Einrichtungen an Bord der Schiffe sind auf die Erst- und Grundversorgung der Gäste ausgerichtet. Sollte es zu einem medizinischen Notfall kommen, wird der Gast zum nächstgelegenen Krankenhaus gebracht.

Cunard Cruise Line: Alle Cunard-Schiffe sind rollstuhlgeeignet, und betroffene Gäste kommen per Lift in alle öffentlichen Räume. Die Kabinen sind barrierefrei. Für behinderte Passagiere gibt es ein Priority Boarding mit Hilfsangeboten. Wer einige Schritte gehen kann, der kann an allen Ausflügen teilnehmen. Cunard empfiehlt für Gäste mit Handicap die Transatlantik-Routen, weil auf diesen Reisen nicht viel oder gar nicht getendert wird. Die Schiffe verfügen über voll ausgestattete Bordhospitale, die für kleine Operationen ausgerüstet sind.

Hapag-Lloyd Kreuzfahrten: Vier Schiffe der Flotte verfügen über Suiten, die behindertengerecht eingerichtet sind. Alle öffentlichen Räume sind mit Rollstuhl zugänglich. Die Crew wird vorab über die Handicaps betroffener Gäste informiert und ist vorbereitet. Zusätzlich wird die Küche informiert, wenn es um spezielle Ernährungseinschränkungen geht. Der Einstieg in Tenderboote ist durch eine Rampe gewährleistet. Gehbehinderte Menschen im Rollstuhl können selbst zu den Rettungsbooten gelangen. Der Aus- und Einstieg kann nicht in jedem Hafen garantiert werden.

MSC Kreuzfahrten: Einige MSC-Schiffe sind für Rollstuhlfahrer geeignet. Sie bieten barrierefreie Kabinen und Zugang zu den öffentlichen Räumen. Manche Sonnendecks auf einigen Schiffen sind nicht zugänglich. Einige Landausflüge bieten sich für Rollstuhlfahrer an, und bei Voranmeldung kann die Reederei behindertengerechte Ausflüge organisieren. Auf allen Schiffen steht den Gästen ein medizinisches Zentrum mit einem Arzt zur Verfügung.

Norwegian Cruise Line: Die ganze Flotte bietet Kabinen für körperlich beeinträchtigte Gäste mit breiteren Türen und größeren Badezimmern. Ein Großteil ist zudem mit Kühlschränken ausgestattet, um Medikamente kühl zu lagern. Blindenhunde dürfen mitgeführt werden. Restaurants und Bars sind für Rollstuhlfahrer zugänglich. Der Zugang zu den Decks und zu allen öffentlichen Räumen ist barrierefrei. Der Pool ist per Lift erreichbar. Für Rollstuhlfahrer werden geeignete Ausflüge angeboten, jedoch nicht in jedem Hafen. An Bord aller Schiffe gibt es einen Arzt und eine Krankenschwester. Alle gebräuchlichen Medikamente sind vorrätig.

Royal Caribbean International/Celebrity Cruises: Alle Schiffe beider Redereien verfügen über besonders ausgestattete Kabinen, breite Korridore und Bäder. Viele Bereiche der Schiffe sind über Rampen zugänglich. Lifte an einem Pool und einem Whirlpool und behindertengerechter Zugang zum Tenderboot per Lift heben Barrieren weitestgehend auf. Rollstuhlfahrern wird eine frühere Ein- und Ausschiffung angeboten. Es gibt Ausflüge, die besonders geeignet sind. Diese werden in Fahrzeugen mit spezieller Ausrüstung durchgeführt. Routen mit Häfen, die zentral gelegen sind, eignen sich durch kurze Anbindungen. Erschwerend können allerdings Routen sein, auf denen in vielen Häfen getendert wird. Die Schiffe sind mit Krankenstationen ausgerüstet, die auch auf Dialysepatienten mit eigenem Gerät eingestellt sind.

TUI Cruises: Beide Schiffe sind mit barrierefreien Kabinen ausgestattet und haben Fahrstühle, die den Zugang zu nahezu allen Decks ermöglichen. Im Theater sind für Gäste mit Behinderung Plätze reserviert. Bei Landausflügen sollten Gäste auf den Vermerk „Extra leicht“ achten, da diese Angebote auch für Rollstuhlfahrer geeignet sind. In Tenderhäfen können Rollstuhlfahrer das Schiff nicht verlassen. An Bord befindet sich jeweils ein modernes Hospital, Schiffsärzte und Krankenschwestern.