Wer nicht kämpft, hat schon verloren ….

Der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) veranstaltet vom 10.-12. Mai 2013 in Berlin unter dem Titel „Frauen mit besonderen Herausforderungen“ einen Kongress für Mütter behinderter Kinder.

Der Kongress bietet Möglichkeiten zur Begegnung der Frauen mit besonderen Herausforderungen und ermöglicht den Austausch unter „Expertinnen in eigener Sache“ und Fachfrauen. Es werden Tipps und Informationen zur Erleichterung des Alltages mit einem behinderten Kind vermittelt. Neben Vorträgen und Plenumsdiskussionen erwartet die Teilnehmerinnen ein vielfältiges Workshop-Angebot, das Kenntnisse, Erfahrungen und Methoden vermittelt, was im Alltag stärken kann, Spaß macht und für den notwendigen Ausgleich sorgt.

Zum Kongress ebenso wie zum Rahmenprogramm sind alle interessierten Frauen eingeladen. Den Eröffnungsvortrag „Wer nicht kämpft, hat schon verloren“ am 10. Mai hält Prof. Dr. Rita Süssmuth (Bundestagspräsidentin a.D.), am 11. Mai findet ein Kabarett-Abend mit Barbara Kuster statt.

Zivilgesellschaft in Not?

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ist als Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation ein wichtiger zivilgesellschaftlicher Akteur in unserer Gesellschaft. Schon seit 125 Jahren nimmt der Verband seine Verantwortung für das Gemeinwohl wahr. Den Grundstein legten 1888 sechs Berliner Zimmerleute, die Erste-Hilfe-Kurse für Arbeiter organisierten, um die Versorgung von verletzten Kollegen zu verbessern.

„Wir fördern freiwilliges Engagement und bieten Dienste an, die Menschen in sozialen und gesundheitlichen Nöten brauchen. Diese Aufgaben sind schon in unserer Satzung verankert“, erklärt der ASB-Bundesvorsitzende Knut Fleckenstein. Gemeinnützige Organisationen wie der ASB brauchen jedoch gesicherte Rahmenbedingungen, um ihre zivilgesellschaftlichen Aufgaben auch in Zukunft mit Qualität erfüllen zu können, so der ASB.

So sind für die Zusammenarbeit mit den 15.000 Freiwilligen, die den ASB mittragen, verlässliche Voraussetzungen nötig. „Ein Beispiel ist der Katastrophenschutz, der zum größten Teil aus Freiwilligen besteht. Wie können wir sie langfristig an uns binden, wenn unsere Gliederungen nicht wissen, ob sie im nächsten Jahr noch die Trägerschaft für ihre Rettungswache haben?“, gibt ASB-Bundesvorsitzender Knut Fleckenstein zu bedenken.

Auch in der Pflege kann der ASB seinen Auftrag nur dann langfristig erfüllen, wenn Pflegeleistungen angemessen bezahlt werden. Der Verband betreibt rund 160 Altenpflegeheime und 240 ambulante Pflegedienste. „Wir möchten unseren Mitarbeitern ein Gehalt bezahlen, von dem sie auch leben können“, betont Knut Fleckenstein.

Der ASB engagiert sich in über 600 Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe für die Belange von Kindern und Jugendlichen. Gerade die Jugendarbeit, zum Beispiel in den rund 70 ASB-Jugendklubs, ist immer wieder von Kürzungen bedroht. Knut Fleckenstein resümiert: „Wenn wir uns als Geburtstagskind etwas wünschen können, dann dass die Rahmenbedingungen stimmen, damit wir auch in den nächsten Jahren unseren Beitrag für die Zivilgesellschaft leisten können.“

125 Jahre ASB: Die Zeiten ändern sich. Unsere Hilfe bleibt.

Der ASB ist als Wohlfahrtsverband und Hilfsorganisation politisch und konfessionell ungebunden. Wir helfen allen Menschen – unabhängig von ihrer politischen, ethnischen, nationalen und religiösen Zugehörigkeit. Mehr als eine Million Menschen bundesweit unterstützen den gemeinnützigen Verein durch ihre Mitgliedschaft. Parallel zu seinen Aufgaben im Rettungsdienst – von der Notfallrettung bis zum Katastrophenschutz – engagiert sich der ASB in der Altenhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe, den Hilfen für Menschen mit Behinderung, der Auslandshilfe sowie der Aus- und Weiterbildung Erwachsener. Wir helfen schnell und ohne Umwege allen, die unsere Unterstützung benötigen.

Versorgungsangebot für Menschen mit Schizophrenie

Seit Anfang 2013 können alle Versicherten der AOK Niedersachsen, die an Schizophrenie erkrankt sind, das Versorgungsangebot der Integrierten Versorgung Schizophrenie (IVS) im Umkreis ihres Wohnorts nutzen. Dazu zählen erweiterte ambulante Behandlungsoptionen, die in der Regelversorgung nicht oder nicht in solchem Umfang angeboten werden. Derzeit nehmen rund 180 Netzwerkpartner (Fachärzte, Fachpflegedienste, Rückzugsraumeinrichtungen, Psychiatrische Institutsambulanzen und Klinikpflegedienste) an der Integrierten Versorgung teil. Das Ziel der Versorgungsinitiative von AOK Niedersachsen und dem Institut für Innovation und Integration im Gesundheitswesen (I3G) GmbH ist eine individuelle, bedarfsgerechte Betreuung der Patienten. Sie soll sowohl die Qualität als auch die Effizienz der Versorgung für die Patienten steigern.

In der IVS hat der Patient direkten Zugang zum Behandlungsteam, zu jeder Zeit, rund um die Uhr. Für Peter Roddau vom Psychiatrischen Pflegedienst in Springe, bedeutet die IVS: „Weniger Bürokratie und konstante Betreuung. Die Patienten haben die Möglichkeit bei Bedarf, wann immer und wie oft sie möchten, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Aktuell konnten wir dadurch eine Krise im gewohnten Umfeld eines Patienten meistern.“

Laut Dr. Roseline Brinkman, niedergelassene Psychiaterin in Lohne, ist es wichtig, dass Patienten mit Schizophrenie lernen, mit ihrer Krankheit umzugehen, um möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben zu können: „Die IVS kann durch die intensive ambulante Versorgung einen wichtigen Beitrag leisten und helfen, die Häufigkeit der Krankenhausaufenthalte zu reduzieren.“

Dr. Klaus Suwelack, Mitglied der Geschäftsführung der I3G GmbH betont: „Der Ausbau des regionalen Versorgungsangebotes geht auch in diesem Jahr noch weiter. Durch Einbindung weiterer Ärzte, Pflegedienste und Einrichtungen (Ambulanzen, Kliniken etc.) in den Regionen wird die wohnortnahe Versorgung noch dichter.“ Weitere Infos unter www.i3g-gmbh.de

Conterganstiftungsgesetz wird geändert

Der Deutsche Bundestag berät heute in 2./3. Lesung das 3. Änderungsgesetz des Conterganstiftungsgesetzes. Es sieht insbesondere eine Erhöhung der Renten für Conterganopfer vor.

Dazu erklärt der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe:„Ich bin froh, dass der Koalitionsausschuss nach einer neuen Studie beschlossen hat, noch in diesem Jahr 120 Millionen Euro für Conterganopfer zur Verfügung zu stellen. Es ist gut, dass heute unter Beteiligung der Opposition im Deutschen Bundestag ein Gesetz auf den Weg gebracht wird, das den Schwerpunkt auf die Rentenerhöhung für die betroffenen Menschen legt. Erfreulich ist auch, dass die Renten rückwirkend ab dem 1. Januar 2013 ausgezahlt werden. Dass dabei auf diejenigen am meisten eingegangen wird, die die stärksten Schädigungen haben, ist richtig. Die Leistungen werden nicht auf andere Sozialleistungen angerechnet und es wird weder eigenes, noch das Einkommen des Ehepartners angerechnet.

Über Jahrzehnte fühlten sich contergangeschädigte Menschen betrogen und verraten. In der Öffentlichkeit sind manche Prominente unter ihnen bekannt, wir erinnern uns an Künstler und Paralympics-Siegerinnen. Es gibt aber auch Contergan-Opfer, die wir nicht sehen, die täglich unter Schmerzen leiden, die organische Schäden haben, die ohne Assistenz nicht alleine das Haus verlassen können.

Als der Bundestag 2009 mit den Stimmen der CDU/CSU, FDP und SPD die Studie zu den Spätfolgen der Conterganschäden beauftragte, waren viele Betroffene misstrauisch, der Vorwurf war, man wolle auf Zeit spielen und die neue Studie würde nichts bringen. Die Studie zeigte aber, die Folgen sind dramatischer, als viele geglaubt haben. Jetzt wurde schnell und unbürokratisch gehandelt und vielen Menschen durch die neuen Leistungen ein selbstbestimmtes und würdiges Leben ermöglicht.“

Guter Schlaf verringert den Schmerz

Die meisten Menschen wollen für ihre Angehörigen da sein, wenn diese hilfsbedürftig werden. So holen viele den Pflegefall zu sich in die Wohnung oder ziehen bei diesem ein, um ihm so lange wie möglich die Gelegenheit zu geben, in seinem gewohnten Umfeld im Kreis der Familie zu bleiben. Viele schwere Erkrankungen wie Osteoporose-, Arthrose- oder Tumorleiden sind dauerhaft von starken Schmerzen begleitet. Vor allem nachts kommen die Betroffenen kaum zur Ruhe, da sich Knochenschmerzen, Muskelverspannungen oder Druckschmerzen beim Liegen einstellen. Erholsamer Schlaf ist jedoch ein Grundbedürfnis, um sich einigermaßen wohl zu fühlen. Je schlechter Schmerzpatienten schlafen, umso stärker empfinden sie ihr Leiden, da das Schmerzempfinden durch die fehlende Erholung stärker in den Vordergrund tritt. Psychische Symptome wie Tagesschläfrigkeit, Gereiztheit, Depressionen oder Ängste können hinzukommen.

Mikrostimulation hilft und kann kostenlos getestet werden

Auch bestimmte Wirkstoffe in Schmerzmitteln können die Schlafphasen negativ beeinflussen und die Schlafstadien, die für die Erholung wichtig sind, verkürzen. Eine gute Möglichkeit zur Unterstützung eines gesunden Schlafes kann zum Beispiel eine Spezialmatratze des Anbieters Thomashilfen sein. Mehr Informationen hierzu gibt es unter www.thevo.info. Die „ThevoRelief“-Matratze wurde eigens für Schmerzpatienten entwickelt und bietet eine optimale Druckentlastung, die den Liegeschmerz reduziert. Anstelle eines Lattenrostes verfügt sie über eine spezielle Flügelfederung. Diese nimmt minimale Bewegungen des Liegenden auf und gibt sie wieder sanft zurück. Diese Mikrostimulation löst beim Schläfer ein Geborgenheitsgefühl aus und verhilft zu wesentlich besserem Schlaf. Kostenlose Testmodelle können unter der Telefonnummer 04761-88677 angefordert werden.

Den Schmerz nicht in den Mittelpunkt stellen

Eine übermäßige Anteilnahme der Angehörigen kann das Schmerzempfinden des Patienten sogar verstärken. Dann besteht die Gefahr, dass der Fokus auf den Schmerz das Leben des Betroffenen noch mehr bestimmt. Stattdessen sollte man mit gemeinsamen Unternehmungen oder Hobbys, die eine hohe Konzentration erfordern, vom Schmerzgeschehen ablenken. Auch die Beschäftigung mit Tieren oder Enkelkindern kann den Patienten Freude bringen.

Bundesleistungsgesetz muss zu gleichberechtigter Teilhabe von Menschen mit Behinderung führen

Beim diesjährigen Bundeskongress für Führungskräfte im Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V. (BeB), der vom 21. bis 23. April 2013 in Berlin stattfindet, steht die Zukunft des Sozialstaats und die mögliche Schaffung eines Bundesleistungsgesetz im Mittelpunkt, das in der Bund-Länder-Vereinbarung zum Fiskalpakt für die nächste Legislaturperiode angekündigt wurde. Dieses soll die rechtlichen Vorschriften der Eingliederungshilfe in der bisherigen Form ablösen und wird wesentlichen Einfluss auf die von den Verbänden geforderte und den Bundesländern geplante Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe haben.

Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble, der die zentrale Kongress-Frage „In welchem Sozialstaat wollen wir leben?“ aus dem Blickwinkel der Politik beantwortete, bekräftigte die Bereitschaft des Bundes, sich an den Kosten für die Eingliederungshilfe zu beteiligen. Vor den mehr als 130 anwesenden Führungskräften aus ganz Deutschland verwies er aber darauf, dass hierfür das gesamte Verhältnis zwischen Bund, Ländern und Kommunen in den Blick genommen werden müsse, wenn eine Entlastung der Haushalte der zuständigen Leistungsträger erreicht werden solle. Unstrittig ist dagegen aus Sicht des BeB, dass ein Bundesleistungsgesetz zu mehr Entscheidungsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderung sowie zur gleichberechtigten Teilhabe am Leben in der Gesellschaft führen muss.

Richtlinie gesetzgeberischen Handeln ist die UN-Behindertenrechtskonvention, die die Bundesrepublik vor vier Jahren unterzeichnet hat und damit geltendes Recht in Deutschland ist. Grundlegend ist der von den Ländern verfolgte Ansatz der Personenzentrierung nach Maßgabe der individuellen Bedarfsdeckung in einem offenen Katalog von Eingliederungs- und Teilhabeleistungen. Darüber hinaus sind Maßstäbe und Grundsätze von Bedarfsfeststellungsverfahren, die Abgrenzung von Fachleistungen und Leistungen zum Lebensunterhalt und die Schnittstelle zu den Leistungen der sozialen Pflegeversicherung zu klären.

Schäuble würdigte die Bedeutung der Freien Wohlfahrtspflege bei der zukünftigen Ausgestaltung des Sozialstaats sowie die Leistungen der diakonischen Einrichtungen und Dienste und hob hervor, dass bei diesen neben der Ökonomie auch ethische Werte eine wichtige Rolle spielen. Um die Frage des praktischen Beitrags von Kirche, Diakonie und evangelischen Trägern zum Weg der Gesellschaft in die Zukunft sowie um die konkrete Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention geht es im weiteren Verlauf des BeB-Bundeskongresses.

Erster Seilpark für Rollstuhlfahrer

Im Swiss Seilpark in Fiesch, UNESCO Region Jungfrau-Aletsch, gibt es für Rollstuhlfahrer erstmals die Möglichkeit in luftiger Höhe von Wipfel zu Wipfel zu schwingen. Kürzlich wurde der Seilpark sogar als beste Schweizer Sommerattraktion ausgezeichnet. Weitere Informationen zum Swiss Seilpark in Fiesch gibt es unter www.MySwitzerland.com und unter der gebührenfreien Rufnummer von Schweiz Tourismus 00800 100 200 30 mit persönlicher Beratung.

Anfang Juni 2012 eröffnete im Sport Ferien Resort Fiesch im Wallis ein außergewöhnlicher Erlebnispfad, der Swiss Seilpark. Auf insgesamt sechs Parcours kann der Besucher den Seilpark durchqueren, welcher der Topografie der Schweiz nachempfunden ist. So führt die Ausgangsplattform als maßstabsgetreuer Umriss der Schweiz wahlweise in die Regionen Tessin, Graubünden, Ostschweiz, Mittelland, Jura, Wallis und mittels Seilrutsche bis auf den Großen Sankt Bernhard. Einzigartig hierbei ist Parcours zwei: In Zusammenarbeit mit Martin Wenger von der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung wurde der Parcours so erbaut, dass sich nicht nur Fußgänger, sondern auch Rollstuhlfahrer von Baum zu Baum hangeln können. Hierfür baute man einen Gleitschirmsitz um und stattete ihn mit einem gepolsterten Beinschutz aus. Diese Einrichtungen ermöglichen es, den Rollstuhl am Boden zu lassen und das Erlebnis Seilpark zu genießen.

Anlässlich der Verleihung des internationalen Skiarea Sommertest-Awards im Januar dieses Jahres erhielt der Seilpark die Auszeichnung „Beste Schweizer Sommerattraktion“. Weitere Informationen unter www.swissseilpark.ch

Weitere Informationen gibt es unter www.MySwitzerland.com und unter der gebührenfreien Rufnummer von Schweiz Tourismus 00800 100 200 30 mit persönlicher Buchungsberatung.

Ministerin Ursula von der Leyen zeichnet Lebenshilfe-Engagement aus

Wiltrud Thies gehört zu den Pionieren der inklusiven Schule. Sie war die erste Leiterin der Sophie-Scholl-Schule, einer Grund- und Gesamtschule der Lebenshilfe Gießen in Hessen. Dort werden schon seit 1998 Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet. Zusammen mit der Vorsitzenden der Lebenshilfe Oschatz, Sylvia Müller-Schön, und zehn weiteren engagierten Bürgerinnen und Bürgern wurde die Marburgerin Wiltrud Thies gestern Abend von Bundesarbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Seit dem Ausscheiden aus dem Schuldienst gibt Wiltrud Thies ihren reichen Erfahrungsschatz als leitende Beraterin von „Sophie-Scholl-Inklusiv“ weiter. Dabei handelt es sich um eine Kooperation der Lebenshilfe Gießen und der Bundesvereinigung Lebenshilfe, die Elterninitiativen, Schulträger und -behörden bei der Gründung eigener inklusiven Schulen deutschlandweit mit Rat und Tat unterstützt. Mehr Informationen dazu gibt es im Internet unter www.sophie-scholl-inklusiv.de.

Sylvia Müller-Schön aus dem sächsischen Grimma ist Mutter eines geistig behinderten Kindes. Ihr Sohn kam in der ehemaligen DDR zur Welt, in der es keine mit heute vergleichbaren Angebote für Menschen mit geistiger Behinderung gab. Im August 1990, noch kein Jahr nach dem Mauerfall – gründete Sylvia Müller-Schön mit anderen Müttern und Vätern die Lebenshilfe Regionalvereinigung Oschatz. Im Westen Deutschlands unterstützt die Lebenshilfe bereits seit 1958 als Eltern- und Selbsthilfeverband Menschen mit geistiger Behinderung und deren Familien. Die Oschatzer Lebenshilfe ist heute Träger einer Frühförder- und Frühberatungsstelle, einer großen integrativen Kindertagesstätte, mehrere Wohnstätten und einer Werkstatt für behinderte Beschäftigte.

bigINCLUSION macht Schule

Alle gehören dazu – immer. Das ist Inklusion. Soweit die Theorie. Im Alltag ist das Thema allerdings noch längst nicht überall angekommen. Gerade in der Schule ist das Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung ein schwieriges Thema. Um das zu ändern, startet die Bundesvereinigung Lebenshilfe in Kooperation mit dem Radiosender bigFM und der Krankenkasse BARMER GEK einen Radio-Schülerwettbewerb. Ziel der Initiative ist es, Schüler, Lehrer, Eltern und eine interessierte Öffentlichkeit für das Thema Inklusion zu gewinnen.

Die Aktion bigINCLUSION läuft von Mitte März bis Oktober 2013. Der Radio-Wettbewerb richtet sich an Schüler mit und ohne Behinderung zwischen 14 und 20 Jahre. Sie können eigene Radiobeiträge zum Thema Inklusion bei bigFM einreichen: Zum Beispiel eine kleine Reportage über den Alltag eines Inklusionsschülers oder eine Begegnung zwischen Jugendlichen mit und ohne Behinderung in einem Kooperationsprojekt. Einsendeschluss ist der 31. Juli 2013. Aus allen eingereichten Radiobeiträgen werden die zehn gelungensten von einer Jury ausgewählt; den drei besten Einsendungen winken Preisgelder in Höhe von insgesamt 6.000 Euro.

Die Gewinner werden darüber hinaus ins bigFM Studio nach Stuttgart zu einem Radio-Workshop eingeladen. Gemeinsam mit den Radioprofis entwickeln und gestalten die Schüler dann fünf Sondersendungen, die ab September jeweils sonntags von 10 bis 11 Uhr auf bigFM ausgestrahlt werden. Am 15. Mai sendet bigFM im Rahmen der Sendung „Nightlounge“ zudem ein zweistündiges Hörfunk-Special zum Thema Inklusion, das in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe gestaltet und umgesetzt wird.

Die Initiative bigINCLUSION geht über den reinen Radio-Wettbewerb hinaus: Als Angebot für Schulen und Interessierte stellt die Lebenshilfe ab sofort umfassende Unterrichtsmaterialien zum Thema Inklusion auf der Seite www.biginclusion.de zum kostenlosen Download bereit. Hier finden sich auch weitere Einzelheiten zur Teilnahme sowie alle Neuigkeiten rund um den Radio-Wettbewerb.

Der Sender bigFM ist laut Media-Analyse Deutschlands größter privater Radiosender für junge Erwachsene und erreicht pro Tag im Schnitt rund 2,5 Millionen Menschen. Zu hören ist er in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, im Saarland sowie in den Ballungsräumen Köln/ Bonn und Frankfurt/ Darmstadt/ Wiesbaden – und natürlich deutschlandweit über das Internet unter www.bigfm.de.

Versorgung von immobilen Patienten

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) begrüßt die zum 01. April in Kraft getretenen Neuregelungen für die bessere zahnärztliche Versorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen.

Durch eine zusätzliche Leistungsposition bei den Gesetzlichen Krankenversicherungen wird die Versorgung von immobilen Patienten, die selbst keine Zahnarztpraxis mehr aufsuchen können, verbessert. „Bereits seit 1995 verweisen die Zahnärztekammern auf die zahnmedizinische Unterversorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen“, erklärt der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Prof. Dr. Dietmar Oesterreich. „Die BZÄK hatte als wichtige Maßnahme einen Leitfaden zur Alterszahnmedizin für Zahnärzte und einen Pflegekalender für die Unterstützung des Pflegepersonals in Altersheimen entwickelt. Für die Verbesserung der Versorgung und der Prävention waren jedoch Veränderungen auf gesetzlicher Grundlage gefordert.“

Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung haben 2010 in Zusammenarbeit mit den zahnmedizinischen Fachgesellschaften das Reformkonzept „Mundgesund trotz Handicap und hohem Alter“ vorgestellt, in dem Lösungen für die für die zahnmedizinische Versorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen angeboten werden.

„Da zukünftig die Zahl der betroffenen Patienten zunimmt, ist es richtig, die Rahmenbedingungen für eine aufsuchende Betreuung durch den Zahnarzt zu verbessern. Handlungsbedarf besteht aber weiterhin bei der Verbesserung der Prävention und der Betreuung von Menschen mit Behinderungen in der Zahnarztpraxis“, so Oesterreich.

Kostenloser Online-Ratgeber Mund- und Zahnpflege für pflegende Angehörige: Die Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat in Zusammenarbeit mit der BZÄK einen kostenlosen Ratgeber entwickelt. Der Leitfaden soll die tägliche Mund- und Zahnhygiene sowohl für Pflegebedürftige als auch für die pflegenden Angehörigen erleichtern: www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/b/Ratgeber_Mundgesundheit.pdf