Bundesrat muss unsoziale Arbeitsmarktreform stoppen

Zur heutigen Beratung der Arbeitsmarktreform im Bundesrat erklärt SoVD-Präsident Adolf Bauer:

Der Gesetzentwurf muss heute im Bundesrat gestoppt werden, denn er führt zu einer massiven Verschlechterung der Eingliederungschancen für ältere und schwerbehinderte Menschen. Um die Beschäftigungschancen dieser auf dem Arbeitsmarkt besonders benachteiligten Gruppe zu verbessern, müssten in Wahrheit sowohl die Beratung als auch die Vermittlung in den Arbeitsagenturen verstärkt werden. Davon kann angesichts der durch die Reform anstehenden Kürzungsorgie jedoch keine Rede sein. Denn bis 2015 sollen jährlich rund zwei Milliarden Euro bei der Bundesagentur für Arbeit eingespart werden. Zudem drohen der Bundesagentur Mindereinnahmen von voraussichtlich mehr als zwölf Milliarden Euro, da der Bund seine Beteiligung an der Arbeitslosenversicherung in Form eines Mehrwertsteuerpunktes bis 2014 schrittweise halbiert. Angesichts dieser Sparvorgaben ist eine effizientere Arbeitsmarktpolitik nicht umsetzbar.

Spezial-Broschüre mit Reisetipps und Freizeitangeboten im Herzen Deutschlands für Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Seit über zehn Jahren widmet sich die Thüringer Tourismus GmbH intensiv dem Thema „barrierefreie Ferien“ und gehört damit zu den Vorreitern im Deutschland-Tourismus. In der Broschüre „Thüringen barrierefrei – Reisetipps und Freizeitangebote“ präsentiert die Tourismusregion im Herzen Deutschlands eine breite Palette an Angeboten für Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer, Blinde oder Sehbehinderte, Hörgeschädigte sowie geistig behinderte Menschen. Die Broschüre selbst erhielt im Wettbewerb um die «Goldene Windrose 2007» den erstmals vergebenen MERIAN-Sonderpreis für den innovativsten Tourismuskatalog.

Stadtführungen in Gebärdensprache – Übernachtungskataloge in Braille-Schrift

Die Angebote für Gäste mit besonderen Bedürfnissen in Thüringen sind vielfältig: Stadtführungen oder Stadtrundfahrten im barrierefreien Altstadtbus, in Gebärdensprache oder für blinde und sehbehinderte Gäste, Reiseführer in Braille-Schrift oder barrierefreie Pauschalangebote und kulinarische Erlebnisse stehen auf dem Programm. Die Stadtführer sind geschult im Umgang mit mobilitätseingeschränkten, blinden und sehbehinderten Gästen sowie Urlaubern mit Hör- oder Lernbehinderungen.

Erfurt – Leuchtturm für Barrierefreiheit in Thüringen

Die Landeshauptstadt Erfurt begrüßt ihre Gäste mit zahlreichen Attraktionen. Ganz gleich ob der majestätische Dom St. Marien, die mächtige Zitadelle Petersberg, das abwechslungsreiche Garten- und Freizeitparadies egapark oder die Alte Synagoge. All diese Orte sind auch für Menschen mit Behinderung jederzeit zu erreichen. Dazu bietet die Stadt zahlreiche Themen-Führungen an, die helfen, das besondere Flair Erfurts zu erleben.

Baumkronenpfad für Abenteuerlustige, Märchenpfad für Kinder

Für Naturliebhaber bieten sich im Nationalpark Hainich barrierefrei ausgebaute Sport- und Wanderwege an. Schwindelfreie Gäste mit Gehbehinderung sowie Rollstuhlfahrer gelangen mit einem Aufzug sogar auf einen 500 m langen Baumkronenpfad und können aus einer Höhe von bis zu 24 m einen atemberaubenden Ausblick über Deutschlands ältesten Buchenwald im Nationalpark Hainich genießen, der seit diesem Jahr zum Weltnaturerbe der UNESCO gehört. Speziell für junge Besucher ist der MärchenNaturPfad Feensteig bei Weberstedt barrierefrei angelegt.

Rollfiets in Arnstadt

In der Bachstadt Arnstadt zum Beispiel werden regelmäßig Stadtführungen in Gebärdensprache oder mit Hilfe von so genannten Rollfiets (eine Verbindung aus Rollstuhl und Fahrrad) für gehbehinderte Menschen angeboten. Zudem können einige kulturelle Einrichtungen wie die Bachkirche problemlos über einen speziellen Eingang erreicht werden. Aber auch taktile Wegweiser und Informationstafeln mit Blindenschrift sind vorhanden.

In der Broschüre „Thüringen barrierefrei – Reisetipps und Freizeitangebote“ gibt die Thüringer Tourismus GmbH beeinträchtigten Menschen mehr als 200 Anregungen für ihre Urlaubsplanung im grünen Herzen Deutschlands. Aufgeführt sind unter anderem Museen, Gedenkstätten und Erlebnisbäder, Stadtführungen, aber auch behindertengerechte Wanderwege. Spezielle Piktogramme weisen je nach Art der Behinderung auf geeignete Angebote hin. Die Thüringer Tourismus Gesellschaft hat die Informationen in Zusammenarbeit mit dem XENOS-Projekt „Beratungszentrum für barrierefreien Fremdenverkehr in Thüringen“ beim Verband der Behinderten e.V., dem Kreisverband Erfurt und den Behindertenbeauftragten der Thüringer Städte und Landkreise zusammengestellt. Fast alle Einrichtungen wurden zudem von den Behindertenbeauftragten der Städte persönlich getestet.

Menschen mit Behinderung vor sexueller Gewalt schützen

Norbert Killewald, Beauftragter der Landesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung in NRW, hat sich in der Geschäftstelle des Diözesan-Caritasverbandes über aktuelle Projekte im Bereich der Behindertenhilfe im Erzbistum Paderborn informiert. Auf Interesse stieß insbesondere der Vorstoß des Verbandes, Menschen mit Behinderungen besser vor sexueller Gewalt zu schützen. Vor drei Jahren war hierfür das Projekt „Netzwerk gegen sexuelle Gewalt an Menschen mit Lern-/geistiger Behinderung“ ins Leben gerufen worden. Ein Schwerpunkt bestand neben der Schulung von Fachkräften der Behindertenhilfe in der präventiven Arbeit mit behinderten Menschen.

Aufgrund des weiter bestehenden Handlungsbedarfs führt der Diözesan-Caritasverband das Folgeprojekt „Auf- und Ausbau von Beratungs- und Präventionsangeboten im Bereich sexuelle Gewalt an Menschen mit Lern-/geistiger Behinderung“ durch. Norbert Killewald zeigte sich vom gewaltpräventiven Engagement der Caritas beeindruckt und lobte besonders die Netzwerk-Arbeit als „ein Projekt mit bundesweitem Radius und Bekanntheitsgrad“. Auch Killewald sieht die Notwendigkeit zur Ausweitung der präventiven Arbeit und zur Einrichtung von speziellen Gewaltberatungsstellen. Insbesondere Förderschulen müssten besser in Präventionsmaßnahmen eingebunden werden. Hier sieht Killewald ein unterstützenswertes Arbeitsfeld. Als Fazit des Gespräches vereinbarte man einen weiterführenden gegenseitigen Austausch und die Unterstützung im Kampf gegen sexualisierte Gewalt an Menschen mit Lern- und geistiger Behinderung.

Lebenshilfe-Kalender SEH-WEISEN 2012 lädt ein zu Städte- und Naturreisen

Wie sieht eine „Tulpe im Liebesrausch“ aus? Und was ist das Beste an einem „Badetag am Wannsee“? Das und viel mehr zeigen die Bilder des SEH-WEISEN-Kalenders 2012 der Bundesvereinigung Lebenshilfe. Wie in jedem Jahr präsentiert der Kalender 13 Werke von Künstlerinnen und Künstlern mit geistiger Behinderung. Bezaubernde Stadtansichten von Hamburg, Papageien, ein Hafen in England, ein Herbststurm – die Künstler haben in lebens- und farbenfrohen Bildern gemalt, was sie umgibt, was sie schon erlebt haben und wovon sie träumen. „Vor allem jedoch möchte ich mit diesem und weiteren Bildern, Menschen eine Freude machen“, sagt Dirk Meyer vom Atelier Lichtzeichen aus Hamburg. Für die Kreativen mit geistiger Behinderung ist die Anerkennung ihrer Arbeiten ein wichtiger Baustein für ihr Selbstvertrauen. Mit den Kunstwerken kann so eine Brücke zwischen Menschen mit und ohne Behinderung entstehen.

Bei den SEH-WEISEN, die es nun schon im 30. Jahr gibt, lohnt auch ein Blick auf die Rückseiten der Kalenderblätter. Dort melden sich die Künstlerinnen und Künstler selbst zu Wort und gewähren einen Einblick in ihr Leben. Viele von ihnen arbeiten schon seit Jahren erfolgreich in Ateliers unter künstlerischer Leitung, einige können sogar auf eigene Ausstellungen stolz sein.
Der 30 mal 39 cm große Lebenshilfe-Kalender enthält neben dem Titel zwölf farbige Monatsblätter mit Kalendarium und ein Blatt mit sieben heraustrennbaren Postkarten mit einer Auswahl der Kalendermotive. Zum Preis von 13,90 Euro (zuzüglich Porto und Verpackung) sind die SEH-WEISEN 2012 zu bestellen bei der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung, Raiffeisenstraße 18, 35043 Marburg, Telefax: 0 64 21 / 4 91- 6 23, E-Mail: vertrieb@lebenshilfe.de.

„Mein Kind ist behindert – diese Hilfen gibt es“ Ratgeber für behinderte Menschen und Angehörige in türkisch-deutscher Übersetzung

Das Glück und die Sorgen, die das Leben mit einem behinderten Kind mit sich bringt, betreffen alle Familien, unabhängig davon, welche Muttersprache sie sprechen und aus welchem Land sie oder ihre Eltern und Großeltern kommen.
Für behinderte Menschen und ihre Familien ist es nicht immer leicht, sich im Dickicht der Sozialleistungen zu Recht zu finden. Kommen sprachliche Probleme hinzu, entstehen weitere Barrieren.
Die Broschüre „Mein Kind ist behindert – diese Hilfen gibt es“, eine Kooperationsarbeit zwischen dem bvkm und dem IBBC Berlin, gibt in türkischer Sprache einen Überblick über die Leistungen, die Menschen mit Behinderungen zustehen. Sie ist als erste Orientierungshilfe gedacht.
Auf 70 Seiten erfahren behinderte Menschen und ihre Angehörigen, welche Leistungen von den Kranken- und Pflegekassen erbracht werden und was beim Sozialamt zu beantragen ist. Der Ratgeber zeigt, wann eine Frühförderstelle besucht werden kann, wo ein Hilfsmittel beantragt wird und welche Unterstützung sie in der Pflege erhalten können. Anhang und Text enthalten viele weiterführende Lesetipps. Die Broschüre ist zweispaltig in türkischer und deutscher Sprache verfasst. Das hilft bei Beratungsgesprächen und erleichtert die Verständigung bei Behördengängen.
Der Ratgeber steht im Internet unter www.bvkm.de auf der Startseite kostenlos als Download zur Verfügung. Die gedruckte Version des Ratgebers kann für 3 Euro bestellt werden: bvkm, Brehmstr. 5-7, 40239 Düsseldorf, info@bvkm.de, Tel.: 0211/64004-21 oder -15
Die Broschüre entstand mit freundlicher Unterstützung des AOK Bundesverbandes.

SoVD warnt vor Spaltung des Arbeitsmarktes zu Lasten behinderter Menschen

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) warnt vor einer tiefgreifenden Spaltung des Arbeitsmarktes. „Seit Jahren sind schwerbehinderte Menschen doppelt so häufig arbeitslos wie nicht behinderte Menschen“, erklärte SoVD-Präsident Adolf Bauer heute am Rande einer Jubiläumsveranstaltung des SoVD und der Schwerbehindertenvertretungen der Länder anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Sozialgesetzbuches IX. „Auch der aktuelle Aufschwung am Arbeitsmarkt hat daran nichts geändert – ganz im Gegenteil“, unterstrich Bauer. Der Sozialverbandspräsident verwies auf den massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen um über neun Prozent zwischen April 2008 und April 2011. Insbesondere ältere Menschen mit Behinderungen seien von dieser Entwicklung betroffen und würden zunehmend vom Aufschwung abgehängt. „In erster Linie sind die Arbeitgeber gefordert, ihren gesetzlichen Pflichten nachzukommen und ausreichend Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für behinderte Menschen zu schaffen“, forderte Bauer. Zudem bedürfe es der Anstrengung aller politischen und gesellschaftlichen Kräfte, um gleiche Teilhabechancen für Menschen mit Behinderungen zu verwirklichen. Die Stärkung der Schwerbehindertenvertretungen sei hierbei von großer Bedeutung.