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- 19.5.2012: Ein Fest für blinde, sehbehinderte und taubblinde Kinder - Deutschland-Premiere: Turnier im Sehbehindertenfußball
- 19.5.2012: Verleihung des ersten Kinderhospizsiegels in Deutschland
- 18.5.2012: „Brainpainter“ Adi Hoesle zu Gast beim "Talk im Kleisthaus"
- 15.5.2012: Junge Behinderte ins Altersheim abgeschoben
- 11.5.2012: Bündnis fordert Aufwertung der Pflegeberufe
- 10.5.2012: Online-Kommunikationspreis gewonnen!
- 10.5.2012: Blinde und sehbehinderte Radfahrer auf dem Weg nach Berlin
- 7.5.2012: 20 Jahre Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung
- 4.5.2012: Berufliche Teilhabe behinderter Menschen mit wirksamen Maßnahmen stärken
- 4.5.2012: Jakob Muth-Preis sucht gute Beispiele inklusiver Schulen
Blogroll
Ein Fest für blinde, sehbehinderte und taubblinde Kinder - Deutschland-Premiere: Turnier im Sehbehindertenfußball
19.5.2012 von admin.
Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) richtet vom 30. Mai bis 1. Juni in Berlin ein spezielles Kultur- und Sportprogramm für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche sowie ihre Freunde aus.
Beim DBSV-Jugendclub-Fest werden unter anderem Workshops für Schülerbands angeboten, in denen die Teilnehmer mehr über Gesang, Gitarre und Songwriting erfahren. Eine Trainerin wird sich speziell der Frage widmen, wie man als Bühnenmusiker auch ohne Blickkontakt zum Publikum eine gelungene Show abliefert. In Theatergruppen können blinde, sehbehinderte, gehörlose und sogar taubblinde Kinder ihr Schauspieltalent verfeinern.
Parallel findet erstmals in Deutschland ein Turnier im Sehbehindertenfußball nach den offiziellen internationalen Regeln statt. Der DBSV möchte diese junge und dynamische Sportart auch in Deutschland etablieren und den Anschluss an die internationale Szene herstellen.
Am 1. Juni - dem internationalen Kindertag - mündet das DBSV-Jugendclub-Fest dann in das Louis Braille Festival der Begegnung (www.dbsv-festival.de), wo die jungen Teilnehmer ihr Können vor großem Publikum präsentieren.
Weitere Informationen unter www.jugendclub-fest.dbsv.org
Ermöglicht wird das DBSV-Jugendclub-Fest durch die freundliche Unterstützung der Aktion Mensch und der Deutschen Blindenstudienanstalt.
Als älteste bundesweite Selbsthilfeorganisation feiert der DBSV in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen. Für das Jubiläumsjahr hat Bundespräsident Joachim Gauck die Schirmherrschaft übernommen.
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Verleihung des ersten Kinderhospizsiegels in Deutschland
19.5.2012 von admin.
Erstmals in Deutschland wird einem Kinderhospiz ein eigens entwickeltes Zertifikat für verlässliche Qualitätsstandards verliehen. Dafür wurde das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe von einer Prüferin des TÜV Rheinland auf Herz und Nieren begutachtet. Die Schirmherrschaft über das Kinderhospizsiegel hat die FDP-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Vorsitzende (bis April 2012) der interfraktionellen Kinderkommission des Deutschen Bundestages Nicole Bracht-Bendt übernommen.
Kinderhospize und ambulante Kinderhospizdienste begleiten Kinder mit lebensverkürzenden Erkrankungen gemeinsam mit ihren Familien auf ihrem schweren Weg. Sie sorgen für Unterstützung, Entlastung und Verständnis und helfen den Familien, den Alltag zu organisieren und eine neue Lebensperspektive entwickeln.
Bereits im Jahr 2006 hatten sich Kinderhospize mit der Frage beschäftigt, wie einheitliche Qualitätsstandards für ihre komplexe und schwierige Arbeit formuliert werden könnten. Ein Arbeitskreis erfasste die Strukturdaten eines Kinderhospizes: mindestens acht Betten, pädiatrische Palliativ-Fachkräfte, Abschiedsbereich, umfassende Trauerbegleitung, Qualifizierung und fachliche Begleitung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter sind einige Beispiele.
Um verlässliche und transparente Qualität in der Kinderhospizarbeit sicherzustellen entstand die Idee, ein eigenes Siegel zu entwickeln. Mithilfe eines Beratungsunternehmens wurde gemeinsam ein Handbuch entwickelt, das als Muster für alle Kinderhospize dienen sollte. Es wurde im Jahr 2011 fertiggestellt und enthält die Beschreibung aller Abläufe in einem Kinderhospiz. Die Umsetzung dieser Prozesse entspricht einer DIN ISO Zertifizierung. “Das war uns aber nicht genug - wir wollten ein spezifischeres Siegel entwickeln”, sagt Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverband Kinderhospiz e.V.. Also wurden gemeinsam definierte Strukturdaten in die Zertifizierung aufgenommen. “Wenn nun ein Kinderhospiz alle Prozesse des Handbuchs auf seine eigenen Prozesse übertragen hat, kann es eine Zertifizierung beantragen”, erklärt Kraft weiter. Durchgeführt wird die Zertifizierung von TÜV Rheinland, Siegelverleiher ist der Bundesverband Kinderhospiz e.V.. Das Kinderhospizsiegel gilt für drei Jahre.
Eine speziell für den Pflegebereich qualifizierte Prüferin von TÜV Rheinland hat die Umsetzung der Anforderungen nun im Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe überprüft. Zusätzlich wurde Balthasar selbst mit den Räumlichkeiten, den Angeboten und der Struktur des Hauses, sowie der personellen Ausstattung auf der Grundlage eines Fragebogens des Bundesverband Kinderhospiz e.V. beurteilt; die Einrichtung erhält jetzt als erstes Kinderhospiz das Siegel des Verbandes. Balthasar-Leiter Rüdiger Barth: “Wir sind sehr stolz und glücklich, dass wir als erstes deutsches Kinderhospiz nun auch das erste sind, das dieses Qualitätssiegel erhält. Es ist eine Bestätigung unserer Arbeit und gibt unseren Familien noch mehr Sicherheit, hier gut aufgehoben zu sein.”
“Mit dem Zertifikat gibt der Bundesverband zukünftig den Familien erkrankter Kinder eine wichtige Orientierung zur Auswahl einer geeigneten Einrichtung”, fasst Sabine Kraft den Nutzen des Siegels zusammen.
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„Brainpainter“ Adi Hoesle zu Gast beim “Talk im Kleisthaus”
18.5.2012 von admin.
Bundesbehindertenbeauftragter lädt ein zum inklusiven Kunsttalk
Am kommenden Montag, den 21.05.2012 um 19:00 Uhr feiert ein neues Format Premiere im Dienstsitz des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen ( Mauerstraße 53 , Berlin-Mitte). Unter dem Titel “Talk im Kleisthaus” werden zukünftig zwei mal pro Jahr Gäste aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft (kulturelle) Themen diskutieren, die nicht nur für Menschen mit Behinderung von Belang sind.
Thema des ersten Talks wird sein: „Kunst als Werkzeug der Inklusion.“
Als Gäste geladen sind:
Dr. Gisela Höhne (Gründerin und Leiterin des renommierten Theaters RambaZamba)
Adi Hoesle (Künstler und Erfinder der “Brainpaint-Methode”)
Angela Jansen (Künstlerin mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS) und Anwenderin der ‚Brainpaint-Methode‘)
Ramona Nietzold (Museumspädagogin Staatliche Kunstsammlung Dresden)
Silja Korn (blinde Malerin und Fotografin)
Prof. Dr. Irmgard Merkt (Professorin der Rehabilitationswissenschaften an der Technischen Universität Dortmund)
Moderiert wird der Abend von Minou Amir-Sehhi.
Die Talkgäste berichten von eigenen Erfahrungen und Hindernissen, auf die sie im Bereich Kunst und Inklusion gestoßen sind. Thematisch steht dabei im Vordergrund, in welchem Zusammenhang beide Aspekte stehen und welche Aufgaben der Kunst bei der Entstehung einer inklusiven Gesellschaft zukommen.
Adi Hoesle, dessen “Brainpainting-Methode” bereits von Jörg Immendorf genutzt wurde und derzeit unter dem Titel „Pingo Ergo Sum“ („Ich male also bin ich“) in der Kunsthalle Rostock genauer betrachtet werden kann, wird die neue und international für Furore sorgende Software live vorstellen.
Das Kleisthaus in der Mauerstraße 53 in Berlin-Mitte ist Dienstsitz des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Seit 2001 dient es darüber hinaus als lebendiger Ort der Kultur für alle: Regelmäßig finden hier barrierefreie Ausstellungen, (Hör-) Filmvorführungen, Lesungen, Konzerte und Podiumsdiskussionen statt – der Eintritt ist frei.
Eckdaten der Veranstaltung:
Talk im Kleisthaus - Thema: Kunst als Werkzeug der Inklusion
Beginn: 21.05.2012 um 19:00
Ort: Foyer Kleisthaus, Mauerstraße 53, 10117 Berlin
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Junge Behinderte ins Altersheim abgeschoben
15.5.2012 von admin.
Seit einiger Zeit zeichnet sich ein erschreckender Trend bei der Pflege von Behinderten ab: Immer häufiger werden junge behinderte Menschen in Seniorenheime abschoben.
Aufgrund des großen Mangels an freien Plätzen in altersgerechten Pflegeheimen für Behinderte, sehen viele Familien keinen anderen Ausweg, als ihre jungen pflegebedürftigen Angehörige in einem Altenheim unterzubringen. Laut Schätzungen ergeht es so ca. 10.000 Betroffenen, die, wie man in der Fachsprache sagt, „fehlplatziert“ sind. Häufig gibt es auf einen einzigen Platz in einer altersgerechten Pflegeeinrichtung für Behinderte rund 100 Wartende.
Das Problem, wenn junge Behinderte in Altenheimen wohnen, ist, dass sie dort keine angemessene Zuwendung erhalten.
Die Hauptaufgaben der Altenpflege sind es, die Pflegebedürftigen zu säubern und zu ernähren während bei der Pflege von Behinderten auch die pädagogische Zuwendung und Förderung wichtig sind.
Grund für diesen Trend sind die leeren Kassen in den Kommunen. Sie sind für die Bereitstellung von behindertengerechten Einrichtungen zuständig. Wenn aber kein Geld da ist, sparen diese allerdings gerne beim Bau von neuen derartigen Pflegeheimen.
Hinzu kommt, dass die Unterbringung von jungen behinderten Menschen in einem altersgerechtem Pflegeheim mit pädagogischer Unterstützung durchaus teurer ist, als die Unterbringung in einem Altenheim. Hierbei übernehmen die Pflegekassen nur einen geringen Anteil der Kosten, den Rest müssen die Sozialämter bezahlen.
Anders hingegen sieht es bei der Unterbringung von Behinderten in Altenheimen aus: Hier zahlen die Pflegekassen den größten Anteil.
Dies hat zur Folge, dass immer mehr Kommunen versuchen, junge behinderte Menschen zusammen mit Senioren in sogenannten „binnendifferenzierten Pflegeheimen“ unterzubringen, um Kosten zu sparen.
Dort erhalten die Behinderten keine angemessene Betreuung, da die meisten Alten- und Krankenpfleger über keine Qualifikationen in der Betreuung von behinderten Menschen verfügen. Auch die bereits erwähnte psychische Unterstützung fällt dort weg, aus dem einfachen Grund, dass es in Pflegeheimen kein pädagogisch geschultes Personal gibt.
Der Tagesablauf ist häufig unstrukturiert, was für ältere Menschen den Vorteil der Selbstbestimmung mit sich bringt, behinderten Menschen jedoch ganz sich selbst überlässt, sodass sie häufig einfach nur vor sich hin vegetieren.
Wenn keine andere Regelung getroffen wird, dürfte sich der Zustand aufgrund der schlechten Haushalte der Kommunen sogar noch verschlechtern, sodass viele weitere junge behinderte Menschen nicht die Pflege bekommen, die ihnen zusteht und weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.
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Bündnis fordert Aufwertung der Pflegeberufe
11.5.2012 von admin.
Das „Bündnis für gute Pflege“ hat deutlich verbesserte Lohn- und Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in der Pflege gefordert. Kurz vor dem Internationalen Tag der Pflegenden am 12. Mai warnte das Bündnis vor den verhängnisvollen Folgen fehlender Anerkennung der gesellschaftlich unverzichtbaren Pflegeberufe.
„Es ist überfällig, dass Pflegende in Deutschland mehr Anerkennung und Unterstützung erfahren. Insbesondere die ansteigende Zahl demenziell erkrankter Menschen erfordert eine hohe fachliche und soziale Kompetenz der Pflegekräfte. Diese Leistungen darf es nicht zu Billig-Preisen geben“, erklärte der Präsident des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) Adolf Bauer.
Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied, warnte vor Niedriglöhnen in der Pflege. „Eine Aufwertung der Pflegeberufe ist mit Dumpinglöhnen nicht zu erreichen, diese kann nur über eine Bezahlung nach Tarif erfolgen. Zudem müssen die Personalbemessung und die Ausbildungsbedingungen spürbar verbessert werden. Ohne diese Weichenstellungen ist es nicht möglich, Pflege als Beruf attraktiver zu gestalten.“
AWO-Vorstandsmitglied Brigitte Döcker wies auf die Notwendigkeit einer familienfreundlicheren Arbeitsplatzgestaltung im Pflegebereich hin. „Angesichts des enormen Fachkräftemangels müssen alle Rahmenbedingungen stimmen, damit die Menschen diesen Beruf wählen und in der Tätigkeit bleiben!“
Das Bündnis erneuerte seine Kritik an der gegenwärtigen Situation in der Pflege und wies auf die bisher unzureichenden Maßnahmen der Bundesregierung hin.
Das „Bündnis für gute Pflege“ ist ein breit geschmiedeter Zusammenschluss, der neben Gewerkschaften und Sozialverbänden auch Wohlfahrts- und Verbraucherverbände sowie Selbsthilfevertretungen umfasst. Ziel der Bündnispartner ist es, den dringenden Handlungsbedarf in der Pflege aufzuzeigen. Seit der Gründung im Februar 2012 haben sich dem Bündnis weitere Organisationen angeschlossen.
Bündnispartner:
Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V. (AWO)
Bundesinteressenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter und bei Behinderung e. V. (BIVA)
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. (DAlzG)
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe Bundesverband e. V. (DBfK)
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands e. V. (KAB)
Kuratorium Deutsche Altershilfe
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.
Sozialverband Deutschland e. V. (SoVD)
Sozialverband VdK Deutschland e. V.
Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. (vzbv)
Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Bundesverband (ver.di)
Volkssolidarität Bundesverband e. V.
Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e. V. (ZWST)
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Online-Kommunikationspreis gewonnen!
10.5.2012 von admin.
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) ist für sein Online-Konzept „SoVD TV“ mit dem Deutschen Preis für Onlinekommunikation ausgezeichnet worden. Die Maßnahme wird gemeinsam mit der Agentur dasprogramm realisiert. Die Jury überzeugte vor allem das barrierearme Format und die hohe Authentizität der TV-Beiträge. SoVD TV ermöglicht insbesondere Menschen mit Behinderungen einen einfachen Zugang. Unter www.sovd-tv.de stehen die Filmbeiträge zum Download bereit.
Der Deutsche Preis für Onlinekommunikation wird jährlich vom Magazin Pressesprecher vergeben und ehrt Leistungen und Arbeiten der digitalen Kommunikation. Der Wettbewerb lädt Kommunikationsagenturen, Unternehmen, Verbände, NGOs, politische und gesellschaftliche Institutionen sowie Parteien ein, sich in verschiedenen Kategorien zu bewerben.
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Blinde und sehbehinderte Radfahrer auf dem Weg nach Berlin
10.5.2012 von admin.
Tandem-Sternfahrt für mehr Teilhabe behinderter Menschen
In ganz Deutschland sowie in sechs benachbarten Ländern machen sich in den nächsten Wochen blinde und sehbehinderte Radfahrer auf den Weg nach Berlin. Gemeinsam mit ihren sehenden “Piloten” sind sie Teilnehmer einer Tandem-Sternfahrt, die vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und dem Verein Tandem-Hilfen veranstaltet wird.
Die 130 teilnehmenden Teams kommen aus Deutschland, Lettland, den Niederlanden, Polen, Russland, aus der Schweiz und aus Tschechien. Am 1. Juni wird dann ein Korso aus 130 Tandems auf einer 50 km langen Strecke durch Berlin rollen. Unter dem Motto “Gemeinsam geht alles!” werden die Tandem-Fahrer für die uneingeschränkte Teilhabe behinderter Menschen am öffentlichen Leben demonstrieren. Ziel der Fahrt ist das Tempodrom, vom 1. bis zum 3. Juni 2012 Veranstaltungsort des Louis Braille Festivals der Begegnung (www.dbsv-festival.de).
Ermöglicht wird die Tandem-Sternfahrt durch die freundliche Unterstützung der Aktion Mensch und der Nikolauspflege Stuttgart.
Als älteste bundesweite Selbsthilfeorganisation feiert der DBSV in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen. Für das Jubiläumsjahr hat Bundespräsident Joachim Gauck die Schirmherrschaft übernommen.
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20 Jahre Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung
7.5.2012 von admin.
„Der in diesem Jahr zum 20. Mal stattgefundene Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ist ein Zeichen für eine starke Bewegung behinderter Menschen. Ohne sie wären die Erfolge der letzten 20 Jahre - von der Grundgesetzänderung im Jahr 1994 bis zur UN-Behindertenrechtskonvention - nicht denkbar gewesen“, erklärt der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe.
Insbesondere die UN-Behindertenrechtskonvention habe den Perspektivwechsel von der Fürsorge zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft getragen, so Hüppe. „Heute setzen sich Menschen unterschiedlichster Organisationen und Ebenen mit Inklusion auseinander. Mit dieser Entwicklung hatte vor Jahren noch niemand gerechnet“, betont der Beauftragte.
Allerdings müssten Veränderungen auch konkret bei den Menschen ankommen. Neben vielen guten Beispielen gebe es immer noch Barrieren in allen Lebensbereichen, von der Kindertagesstätte und Schulen, über Ausbildung und Beschäftigung bis zum Bereich Wohnen und Freizeit. „Teilhabe ist ein Menschenrecht. Das scheint aber noch nicht überall, insbesondere nicht in jeder Behörde, angekommen zu sein. Proteste sind deshalb weiter nötig“, so Hüppe.
Teilhabe in der Gesellschaft scheitere immer noch oft an bestehenden Barrieren. Dabei sei Barrierefreiheit, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, eine Investition in die Zukunft, erklärt Hüppe. Er unterstütze deshalb den Aktionstag „Jede Barriere ist eine zu viel!“ der Aktion Mensch, ihrer Mitgliedsverbände, der Verbände behinderter Menschen, weiterer Organisationen und von örtlichen Akteuren am 5. Mai. „Die deutschlandweit mehreren Hundert Veranstaltungen und Aktionen werden das Bewusstsein für bestehende Probleme schärfen und können Handlungsdruck erzeugen. Sie sind ein deutliches Signal an diejenigen, die Belange behinderter Menschen immer noch ignorieren“, so der Beauftragte.
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Berufliche Teilhabe behinderter Menschen mit wirksamen Maßnahmen stärken
4.5.2012 von admin.
Zum morgigen Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen erklärt SoVD-Präsident Adolf Bauer:
Menschen mit Behinderungen werden am Arbeitsmarkt immer stärker an den Rand gedrängt. Der SoVD beobachtet diese Entwicklung mit großer Besorgnis und warnt vor den dramatischen Folgen. Insbesondere die erheblich überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit unter schwerbehinderten Menschen, die Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse und Arbeit zu Hungerlöhnen zeigen, wie sehr sich die Situation für behinderte Menschen auf dem Arbeitsmarkt verschärft hat. Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, muss die gesetzliche Beschäftigungspflicht von den Betrieben mit Nachdruck eingefordert werden. Es kann nicht sein, dass 2010 über 37.000 Unternehmen trotz Gesetzespflicht keinen einzigen schwerbehinderten Menschen beschäftigten.
Es ist deshalb notwendig, dass Arbeitgeber besser über ihre Fördermöglichkeiten informiert werden. Betriebe, die sich dauerhaft oder zu hundert Prozent ihrer Beschäftigungspflicht entziehen, müssen das im Geldbeutel spüren. Das geht nur mit einer deutlich erhöhten Ausgleichsabgabe.
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Jakob Muth-Preis sucht gute Beispiele inklusiver Schulen
4.5.2012 von admin.
Wo gemeinsames Lernen behinderter und nicht-behinderter Kinder vorbildlich gelingt.
Immer mehr Schüler in Deutschland haben Förderbedarf, und immer mehr von ihnen gehen auf reguläre Schulen. Eigentlich ist der gemeinsame Unterricht behinderter und nicht-behinderter Kinder durch eine UN-Konvention aus dem Jahr 2009 sogar vorgeschrieben, in der Praxis allerdings noch die Ausnahme. Wie ein gemeinsamer Unterricht einen Gewinn für alle Kinder darstellen kann, zeigen jährlich die Gewinner-Schulen des Jakob Muth-Preises. Jetzt startet die Bewerbungsphase für die vierte Auflage des Schulpreises, mit dem der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, die Deutsche UNESCO-Kommission, die Bertelsmann Stiftung und die Sinn-Stiftung vorbildliche inklusive Schulen auszeichnen.
Inklusion ist ein Thema, das Eltern, Lehrer und Politik bewegt. Nahezu eine halbe Million Kinder in Deutschland haben Förderbedarf. Das sind 6,4 Prozent aller Schüler – ihr Anteil steigt kontinuierlich. Fast jedes vierte Kind mit Förderbedarf besucht inzwischen eine reguläre Schule. Dieser Anteil wächst ebenfalls stetig. Auch wenn drei von vier Förderschülern nach wie vor auf eine separate Schule gehen, stellt schon heute der gemeinsame Unterricht die Lehrer und Schulen vor große Herausforderungen. Der Jakob Muth-Preis zeigt anhand von Praxis-Beispielen, wie Schulen den Weg zur Inklusion erfolgreich beschreiten, die Unterstützung der Eltern finden und alle Schüler vom gemeinsamen Unterricht profitieren lassen.
„Obwohl die UN-Behindertenrechtskonvention schon seit über drei Jahren in Deutschland gilt, ist Inklusion in der Schule längst nicht verwirklicht“, sagte der Bundesbeauftragte Hubert Hüppe. Im Gegenteil: Deutschland ist immer noch das EU-Land mit dem größten Anteil von Kindern im Sonderschulsystem. Für Jörg Dräger, Mitglied im Vorstand der Bertelsmann Stiftung, ist Inklusion der Hebel für eine Lernkultur, die der Vielfalt der Kinder und Jugendlichen Rechnung trägt und von der alle Schüler profitieren können: „In Schulen, die bereits heute erfolgreich inklusiv arbeiten, entwickelt sich eine neue Lernkultur, die konsequent am Prinzip individueller Förderung ausgerichtet ist und das Potenzial aller Schüler besser entfaltet.“
Für die UNESCO ist inklusive Bildung Voraussetzung dafür, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, seine Potenziale zu entfalten – unabhängig von Geschlecht, sozialen und ökonomischen Voraussetzungen oder besonderen Lernbedürfnissen. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, sagte: „Trotz aktueller Umstrukturierungsprozesse gibt es auch in Deutschland weiterhin großen Nachholbedarf, allen Kindern den Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung zu ermöglichen. Gute Beispiele inklusiver Schulen zeigen, dass es sich lohnt, den oft anstrengenden Weg zu einer inklusiven Schule – und einer inklusiven Gesellschaft – zu beschreiten.“ Christian Rauschenfels, Vorstand der Sinn-Stiftung, ist überzeugt: „Wenn in Schulen Inklusion gelebt wird, strahlt dies auf viele andere Bereiche des Zusammenlebens aus. Inklusion wird zur selbstverständlichen Grundhaltung einer Gesellschaft, die ihren Reichtum aus der Vielfalt schöpft.“
Bewerben können sich alle Schulen und Schulverbünde, in denen Schüler mit und ohne Förderbedarf gemeinsam lernen. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Juni.
Weitere Informationen:
Aktuelle Zahlen zum Stand der Inklusion in Deutschland sowie zu den Kosten, aufgeschlüsselt nach Bundesländern, finden Sie auf der Website der Bertelsmann Stiftung.
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